Vergleich · Aktualisiert Oktober 2026
Hundegesetze der Bundesländer im Vergleich: Haftpflicht, Chip, Register, Sachkunde und Leinenpflicht in allen 16 Ländern
Welche Pflichten Hundehalter erfüllen müssen, hängt vom Bundesland ab. Im Oktober 2026 schreiben sechs Länder eine Haftpflichtversicherung für jeden Hund vor, acht einen Mikrochip und nur zwei einen Sachkundenachweis für neue Halter. Eine allgemeine Leinenpflicht gilt landesweit nur in Berlin und Hamburg, sieben Länder kennen keine dieser fünf Pflichten, auch nicht für große Hunde.

Wichtigste Ergebnisse
- Sechs Bundesländer schreiben eine Haftpflichtversicherung für jeden Hund vor: Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
- Schleswig-Holstein formuliert die Versicherung nur als Soll-Vorschrift; der Versicherungsverband GDV zählt das Land trotzdem zu sieben Ländern mit Pflicht.
- Die höchste Mindestdeckung verlangen Berlin, Hamburg und Sachsen-Anhalt mit 1 Mio. € je Schadensfall.
- Acht Länder verlangen einen Mikrochip für jeden Hund, sieben erfassen jeden Hund in einem Register oder per Anzeige bei der Behörde.
- Eine Sachkundeprüfung für neue Halter gilt nur in Niedersachsen seit dem 1. Juli 2013 und in Bremen seit dem 1. Juli 2026.
- Nordrhein-Westfalen knüpft Haftpflicht, Chip, Anzeige und Sachkunde an große Hunde ab 40 cm Schulterhöhe oder 20 kg.
- In Berlin wurden 2024 nur 221 Sachkundebescheinigungen ausgestellt, die von der allgemeinen Leinenpflicht befreien; steuerlich gemeldet waren Ende 2023 genau 131.440 Hunde.
- Sieben Länder haben keine der fünf Pflichten, auch nicht für große Hunde: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen.
- In Niedersachsen gilt in der freien Landschaft vom 1. April bis 15. Juli eine Leinenpflicht für alle Hunde.
Welche Pflichten gelten für Hundehalter in welchem Bundesland?
Für Hundehalter gibt es kein einheitliches Bundesrecht. Jedes Land regelt selbst, ob Hunde versichert, gechippt, registriert oder angeleint sein müssen. Die Matrix zeigt die Pflichten für alle Hunde, nicht die Sonderregeln für gefährliche Hunde.
Am strengsten sind die drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie Niedersachsen. Dort gelten jeweils vier der fünf Pflichten. Am anderen Ende stehen sieben Länder, die keine dieser Pflichten kennen, auch nicht für große Hunde.
Wir haben alle 16 Gesetze und Verordnungen in den amtlichen Rechtsportalen geprüft. Stand ist der 10. Oktober 2026.
| Land | Rechtsgrundlage | Haftpflicht | Mikrochip | Register oder Anmeldung | Sachkunde | Leinenpflicht |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | PolVO gefährliche Hunde 2000 | nein | nein | nein | nein | keine Landesregel für alle Hunde; Gemeinden per Polizeiverordnung |
| Bayern | LStVG, Art. 18 und 37 | nein | nein | nein | nein | keine Landesregel; Gemeinden können große Hunde per Verordnung anleinen lassen |
| Berlin | HundeG 2016 | ja, 1 Mio. € | ja, ab 3 Monaten | ja, zentrales Register | freiwillig, befreit von der Leinenpflicht | ja, allgemeine Leinenpflicht seit 2019 |
| Brandenburg | HundehV 2024 | nein, nur gefährliche Hunde | ja, älter als 8 Wochen | ja, Anzeige bei Ordnungsbehörde | nein | an bestimmten Orten, etwa Fußgängerzonen, Parks, ÖPNV |
| Bremen | BremHundeG 2025 | ja, 500.000 € und 250.000 € | ja, ab 3 Monaten | ja, anerkanntes Haustierregister | ja, für neue Halter seit 1. Juli 2026 | an bestimmten Orten, etwa Fußgängerzonen, Parks, Friedhöfen |
| Hamburg | HundeG 2006 | ja, 1 Mio. € | ja, ab 3 Monaten | ja, Anmeldung und zentrales Register | freiwillig, Gehorsamsprüfung befreit von der Leinenpflicht | ja, allgemeine Leinenpflicht |
| Hessen | HundeVO 2003 | nein | nein | nein | nein | bei Veranstaltungen, in Gaststätten und ÖPNV, dazu Gemeindeflächen |
| Mecklenburg-Vorpommern | HundehVO M-V 2022 | nein | nein | nein | nein | bei Versammlungen, Volksfesten, in Verkaufsstätten und Zoos |
| Niedersachsen | NHundG 2011 | ja, 500.000 € und 250.000 € | ja, älter als 6 Monate | ja, zentrales Register | ja, für neue Halter seit 1. Juli 2013 | 1. April bis 15. Juli in der freien Landschaft (Waldgesetz) |
| Nordrhein-Westfalen | LHundG NRW 2002 | nur große Hunde ab 40 cm oder 20 kg | nur große Hunde | Anzeige großer Hunde | nur große Hunde | an bestimmten Orten; große Hunde innerorts immer |
| Rheinland-Pfalz | LHundG 2004 | nein | nein | nein | nein | keine Landesregel für alle Hunde |
| Saarland | HuV SL 2022 | nein | nein | nein | nein | keine Landesregel für alle Hunde |
| Sachsen | GefHundG 2000 | nein | nein | nein | nein | keine Landesregel für alle Hunde |
| Sachsen-Anhalt | HundeG LSA 2009 | ja, 1 Mio. € plus 50.000 € | ja, bis 6 Monate nach Geburt | ja, zentrales Register | nein | keine Landesregel für alle Hunde |
| Schleswig-Holstein | HundeG 2015 | Soll-Vorschrift, 500.000 € und 250.000 € | ja, älter als 3 Monate | nein | freiwillig, Hundesteuer-Ermäßigung möglich | an bestimmten Orten, etwa Fußgängerzonen, Parks, Friedhöfen |
| Thüringen | ThürTierGefG 2011 | ja, 500.000 € und 250.000 € | ja | ja, Anzeige der Kennzeichnung | nein | keine Landesregel für alle Hunde |
Quelle: Landesrecht der 16 Länder; eigene Zählung. Ohne Teilregeln wie die Soll-Vorschrift in Schleswig-Holstein oder Regeln nur für große Hunde in NRW.
Zahlen anzeigen
| Label | Länder |
|---|---|
| Haftpflicht | 6 |
| Mikrochip | 8 |
| Register | 7 |
| Sachkunde | 2 |
| Allgemeine Leine | 2 |
Diagramm einbetten
In welchen Bundesländern ist die Hundehaftpflicht Pflicht?
Eine Haftpflichtversicherung für jeden Hund schreiben sechs Länder vor: Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In Nordrhein-Westfalen gilt die Pflicht für große Hunde ab 40 cm Schulterhöhe oder 20 kg Gewicht.
Schleswig-Holstein ist ein Grenzfall. Das Hundegesetz sagt in § 6, der Halter soll eine Versicherung abschließen. Der Versicherungsverband GDV zählt das Land auf seiner Verbraucherseite trotzdem zu sieben Ländern mit Versicherungspflicht.
Die Mindestsummen unterscheiden sich um das Doppelte. Berlin, Hamburg und Sachsen-Anhalt verlangen 1 Mio. € Deckung, Bremen, Niedersachsen und Thüringen 500.000 € für Personenschäden und 250.000 € für Sachschäden. In Niedersachsen beginnt die Pflicht, wenn der Hund älter als sechs Monate ist.
Quelle: Landesrecht. Schleswig-Holstein: Soll-Vorschrift. Nordrhein-Westfalen: nur große Hunde. Ohne Länder, die nur für gefährliche Hunde eine Versicherung verlangen.
Zahlen anzeigen
| Label | € |
|---|---|
| Berlin | 1.000.000 € |
| Hamburg | 1.000.000 € |
| Sachsen-Anhalt | 1.000.000 € |
| Bremen | 500.000 € |
| Niedersachsen | 500.000 € |
| Thüringen | 500.000 € |
| Schleswig-Holstein | 500.000 € |
| Nordrhein-Westfalen | 500.000 € |
Diagramm einbetten
| Land | Gilt für | Mindestdeckung | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|---|
| Berlin | alle Hunde ab Beginn der Haltung | 1 Mio. €, Selbstbeteiligung höchstens 500 € | § 14 HundeG |
| Hamburg | alle Hunde | 1 Mio. €, Selbstbeteiligung höchstens 500 € | § 12 HundeG |
| Sachsen-Anhalt | alle Hunde spätestens 3 Monate nach Geburt | 1 Mio. € plus 50.000 € Vermögensschäden | § 2 Abs. 3 HundeG LSA |
| Bremen | alle Hunde ab Beginn der Haltung | 500.000 € Personen, 250.000 € Sachschäden | § 6 BremHundeG |
| Niedersachsen | Hunde älter als 6 Monate | 500.000 € Personen, 250.000 € Sachschäden | § 5 NHundG |
| Thüringen | alle Hunde | 500.000 € Personen, 250.000 € sonstige Schäden | § 2 Abs. 5 ThürTierGefG |
| Schleswig-Holstein | Hunde älter als 3 Monate, Soll-Vorschrift | 500.000 € Personen, 250.000 € Sachschäden | § 6 HundeG |
| Nordrhein-Westfalen | große und gefährliche Hunde | 500.000 € Personen, 250.000 € sonstige Schäden | § 5 Abs. 5 und § 11 LHundG NRW |
| Rheinland-Pfalz | nur gefährliche Hunde | 500.000 € Personen, 250.000 € sonstige Schäden | § 4 Abs. 2 LHundG |
| Saarland | nur gefährliche Hunde | 1 Mio. € Personen, 500.000 € Sachschäden | § 2 Abs. 3 HuV SL |
| Baden-Württemberg | Kampfhunde, in der Regel | keine Summe festgelegt | § 3 Abs. 2 PolVO |
| Bayern | Kampfhunde, kann verlangt werden | keine Summe festgelegt | Art. 37 Abs. 2 LStVG |
Auch ohne gesetzliche Pflicht haftet jeder Halter nach § 833 BGB für Schäden durch seinen Hund. Die Versicherungspflicht soll sicherstellen, dass Geschädigte ihr Geld auch bekommen. Was eine Versicherung neben Steuer und Futter kostet, zeigt unser Report zu den Kosten eines Hundes.
Mikrochip und Hunderegister
Einen Mikrochip für jeden Hund verlangen acht Länder: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Das Alter, ab dem gechippt werden muss, reicht von acht Wochen in Brandenburg bis sechs Monaten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.
Sieben Länder erfassen jeden Hund bei einer Stelle. Berlin, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt führen ein zentrales Register, Bremen erkennt private Haustierregister an. Brandenburg verlangt eine Anzeige bei der Ordnungsbehörde, Thüringen eine Anzeige der Kennzeichnung.
Wie lückenhaft solche Register anfangs sind, zeigt Berlin. Im Januar 2024 standen dort 56.323 Hunde im zentralen Register, steuerlich gemeldet waren Ende 2023 genau 131.440. Seit 2024 gilt die Registrierung in Berlin zugleich als Anmeldung zur Hundesteuer.
| Land | Chip ab | Register oder Anmeldung | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|---|
| Berlin | ab 3 Monaten | zentrales Register | §§ 12, 13 HundeG |
| Brandenburg | älter als 8 Wochen | Anzeige bei der örtlichen Ordnungsbehörde | § 2 HundehV |
| Bremen | ab 3 Monaten, vor erster Weitergabe | anerkanntes Haustierregister | §§ 4, 5 BremHundeG |
| Hamburg | ab 3 Monaten | Anmeldung binnen 2 Wochen, zentrales Register | §§ 11, 13, 24 HundeG |
| Niedersachsen | älter als 6 Monate | zentrales Register vor Vollendung des 7. Lebensmonats | §§ 4, 6 NHundG |
| Sachsen-Anhalt | spätestens 6 Monate nach Geburt | zentrales Register | §§ 2, 15 HundeG LSA |
| Schleswig-Holstein | älter als 3 Monate | kein Register im Gesetz | § 5 HundeG |
| Thüringen | ohne Altersangabe | Anzeige der Kennzeichnung bei der Behörde | § 2 Abs. 4 ThürTierGefG |
| Nordrhein-Westfalen | nur große Hunde | Anzeige großer Hunde | § 11 LHundG NRW |
Sachkundenachweis und Hundeführerschein
Eine Pflicht zur Sachkundeprüfung für neue Hundehalter gibt es nur in zwei Ländern. In Niedersachsen gilt sie seit dem 1. Juli 2013, in Bremen seit dem 1. Juli 2026. Die theoretische Prüfung ist vor Beginn der Haltung abzulegen, die praktische im ersten Jahr.
Beide Länder machen Ausnahmen für Erfahrene. In Niedersachsen genügen zwei Jahre ununterbrochene Hundehaltung in den letzten zehn Jahren. Bremen verlangt zwei Jahre in den letzten fünf Jahren, dann ist nur die praktische Prüfung nötig.
Nordrhein-Westfalen verlangt Sachkunde für Halter großer Hunde ab 40 cm oder 20 kg. In Berlin und Hamburg ist der Nachweis freiwillig, befreit aber von der allgemeinen Leinenpflicht. Schleswig-Holstein erlaubt den Gemeinden, Haltern mit Sachkundenachweis die Hundesteuer zu ermäßigen.

Quelle: Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksachen 19/19062 (2020 bis 2023) und 19/22266 (2024), Angaben der Bezirksämter; eigene Summe über alle Bezirke.
Zahlen anzeigen
| Label | Bescheinigungen |
|---|---|
| 2020 | 224 |
| 2021 | 165 |
| 2022 | 222 |
| 2023 | 200 |
| 2024 | 221 |
Diagramm einbetten
| Land | Pflicht für | Seit | Ausnahme oder Anreiz |
|---|---|---|---|
| Niedersachsen | alle neuen Halter | 1. Juli 2013 | 2 Jahre Haltung in den letzten 10 Jahren, Tierärzte, Jagdprüfer |
| Bremen | alle neuen Halter | 1. Juli 2026 | 2 Jahre Haltung in den letzten 5 Jahren: nur praktische Prüfung |
| Nordrhein-Westfalen | Halter großer Hunde ab 40 cm oder 20 kg | Fassung 27. September 2016 | auch durch Tierärzte und anerkannte Sachverständige |
| Berlin | freiwillig | 1. Januar 2019 | befreit von der allgemeinen Leinenpflicht |
| Hamburg | freiwillig, Gehorsamsprüfung | Fassung 1. Januar 2009 | befreit von der allgemeinen Leinenpflicht |
| Schleswig-Holstein | freiwillig | 1. Januar 2016 | Gemeinde kann Hundesteuer ermäßigen |
| Übrige zehn Länder | nur Halter gefährlicher Hunde | je nach Landesrecht | keine |
Die Berliner Zahlen zeigen, wie wenige Halter den freiwilligen Weg gehen. 2024 beantragten 237 Personen eine Sachkundebescheinigung, 221 erhielten sie. Rechnerisch kommt auf rund 600 gemeldete Hunde eine Bescheinigung pro Jahr.
Leinenpflicht: Wo Hunde an die Leine müssen
Eine allgemeine Leinenpflicht im ganzen öffentlichen Raum gibt es nur in Berlin und Hamburg. In Berlin gilt sie seit dem 1. Januar 2019 für Hunde außerhalb des eigenen Grundstücks, mit Ausnahmen für Auslaufgebiete. Hunde, die schon vor dem 22. Juli 2016 gehalten wurden, sind ausgenommen.
Sechs Länder schreiben die Leine an bestimmten Orten vor: Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Typisch sind Fußgängerzonen, Volksfeste, umfriedete Parks, öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel. Brandenburg verlangt in Verwaltungsgebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln zusätzlich einen Maulkorb für jeden Hund.
In Niedersachsen gilt nach dem Waldgesetz vom 1. April bis 15. Juli in der freien Landschaft eine Leinenpflicht, zum Schutz brütender und setzender Wildtiere. In den übrigen Ländern regeln Städte und Gemeinden die Leinenpflicht selbst, oft per Polizeiverordnung oder Grünanlagensatzung.
| Land | Regel | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Berlin | allgemein außerhalb des eigenen Grundstücks; Befreiung mit Sachkundebescheinigung | §§ 28, 29 HundeG |
| Hamburg | allgemein außerhalb des eigenen Grundstücks; Befreiung mit Gehorsamsprüfung | §§ 8, 9 HundeG |
| Brandenburg | Veranstaltungen, Sport- und Campingplätze, Parks, Einkaufszentren, Fußgängerzonen, ÖPNV, Mehrfamilienhäuser | § 3 HundehV |
| Bremen | Fußgängerzonen, Veranstaltungen, Parks, Mehrfamilienhäuser, öffentliche Gebäude, ÖPNV, Sportanlagen, Friedhöfe, Märkte | § 2 Abs. 2 BremHundeG |
| Hessen | Veranstaltungen, Märkte, Gaststätten, ÖPNV, von Gemeinden bestimmte Flächen | § 9 Abs. 2 HundeVO |
| Mecklenburg-Vorpommern | Versammlungen, Volksfeste, Verkaufsstätten, Zoos, enge Orte | § 2 Abs. 2 HundehVO M-V |
| Nordrhein-Westfalen | Fußgängerzonen, Parks, Spielplätze, Veranstaltungen, öffentliche Gebäude; große Hunde innerorts immer | § 2 Abs. 2 und § 11 Abs. 6 LHundG NRW |
| Schleswig-Holstein | Fußgängerzonen, Veranstaltungen, Parks, Mehrfamilienhäuser, öffentliche Gebäude, ÖPNV, Sportanlagen, Friedhöfe, Märkte | § 3 Abs. 2 HundeG |
| Niedersachsen | 1. April bis 15. Juli in der freien Landschaft | § 33 Abs. 1 NWaldLG |
| Bayern | Gemeinden können freies Laufen großer Hunde per Verordnung einschränken | Art. 18 LStVG |
| Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen | keine Landesregel für alle Hunde; kommunale Regeln | Polizeiverordnungen der Gemeinden |
Quelle: Landesrecht; eigene Zählung, volle Pflichten. NRW: alle vier Pflichten nur für große Hunde. Schleswig-Holstein: Haftpflicht nur als Soll-Vorschrift.
Zahlen anzeigen
| Label | Pflichten |
|---|---|
| Berlin | 4 |
| Bremen | 4 |
| Hamburg | 4 |
| Niedersachsen | 4 |
| Sachsen-Anhalt | 3 |
| Thüringen | 3 |
| Brandenburg | 2 |
| Schleswig-Holstein | 1 |
| Baden-Württemberg | 0 |
| Bayern | 0 |
| Hessen | 0 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 0 |
| Nordrhein-Westfalen | 0 (4 für große Hunde) |
| Rheinland-Pfalz | 0 |
| Saarland | 0 |
| Sachsen | 0 |
Diagramm einbetten
Strengere Regeln für gefährliche Hunde
Alle 16 Länder haben Sonderregeln für Hunde, deren Gefährlichkeit festgestellt oder vermutet wird. Meist braucht der Halter dann eine Erlaubnis, Sachkunde, Zuverlässigkeit und eine Versicherung. Dazu kommen Leine und oft ein Maulkorb.
Elf Länder knüpfen diese Regeln auch an die Rasse. Welche Rassen das sind, unterscheidet sich stark: von drei Rassen in Berlin bis 19 in Bayern. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern haben ihre Rasselisten 2024 und 2022 gestrichen. Alle Rassen je Land zeigt unser Report zu Listenhunden in den Bundesländern.
- Saarland: Versicherung über 1 Mio. € für Personenschäden und 500.000 € für Sachschäden.
- Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz: 500.000 € für Personenschäden und 250.000 € für sonstige Schäden.
- Berlin: Maulkorb ab dem siebten Lebensmonat, Leine von höchstens zwei Metern.
- Bremen: Halten der vier Listenrassen nur mit Ausnahmeerlaubnis, wie schon nach dem Gesetz von 2001.
- Bayern: Erlaubnis der Gemeinde, Bußgeld bis zu 10.000 € bei Haltung ohne Erlaubnis.
Neue Hundegesetze seit 2022
Das Hunderecht ist in Bewegung. Seit 2022 haben vier Länder ihre Grundregeln neu gefasst: Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland 2022, Brandenburg 2024 und Bremen 2025. Bremen hat dabei Chip, Register, Versicherung und Sachkunde für alle Hunde eingeführt.
Brandenburgs neue Verordnung ist befristet und tritt am 1. Juli 2034 außer Kraft. Hessens Hundeverordnung gilt bis zum 31. Dezember 2032, die Verordnung in Mecklenburg-Vorpommern tritt am 31. Juli 2032 außer Kraft.
| Land | Regelung | In Kraft | Wichtigste Änderung |
|---|---|---|---|
| Mecklenburg-Vorpommern | Hundehalterverordnung vom 11. Juli 2022 | 23. Juli 2022 | Rasseliste gestrichen, Leine an bestimmten Orten |
| Hessen | Änderungsverordnung vom 30. November 2022 | 10. Dezember 2022 | Verordnung gilt bis 31. Dezember 2032 |
| Saarland | Polizeiverordnung vom 15. Dezember 2022 | 23. Dezember 2022 | Neufassung, Wesenstest alle drei Jahre für drei Rassen |
| Brandenburg | Hundehalteverordnung vom 24. Juni 2024 | 1. Juli 2024 | Rasseliste gestrichen, Chip und Anzeige für alle Hunde |
| Bremen | Bremisches Hundegesetz vom 24. Juni 2025 | 10. Juli 2025 | Chip, Register, Versicherung für alle Hunde, Haltungsverbot für Listenrassen übernommen |
| Bremen | Sachkundepflicht nach § 3 BremHundeG | 1. Juli 2026 | Sachkundeprüfung für alle neuen Halter |
Häufige Fragen
In welchen Bundesländern ist die Hundehaftpflicht Pflicht?
Für jeden Hund vorgeschrieben ist sie in Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In Nordrhein-Westfalen gilt sie für große Hunde ab 40 cm oder 20 kg. Schleswig-Holstein hat eine Soll-Vorschrift.
Wie hoch muss die Deckungssumme der Hundehaftpflicht sein?
Berlin, Hamburg und Sachsen-Anhalt verlangen mindestens 1 Mio. €. Bremen, Niedersachsen und Thüringen verlangen 500.000 € für Personenschäden und 250.000 € für Sachschäden. Viele Tarife bieten freiwillig höhere Summen.
Wo brauche ich einen Hundeführerschein?
Eine Sachkundeprüfung für alle neuen Halter verlangen Niedersachsen seit 2013 und Bremen seit dem 1. Juli 2026. In NRW brauchen Halter großer Hunde einen Sachkundenachweis. In Berlin und Hamburg ist er freiwillig und befreit von der Leinenpflicht.
Muss mein Hund gechippt sein?
In acht Ländern ja: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. In NRW gilt die Chippflicht für große Hunde. In den übrigen Ländern ist der Chip nur für gefährliche Hunde vorgeschrieben.
Gibt es in Berlin eine allgemeine Leinenpflicht?
Ja. Seit dem 1. Januar 2019 müssen Hunde in Berlin außerhalb des eigenen Grundstücks an die Leine. Befreit sind Halter mit Sachkundebescheinigung, Hunde in Auslaufgebieten und Hunde, die schon vor dem 22. Juli 2016 gehalten wurden.
Wann gilt in Niedersachsen Leinenpflicht?
In der freien Landschaft vom 1. April bis zum 15. Juli, während der Brut- und Setzzeit. Das regelt das niedersächsische Waldgesetz. Gemeinden können zusätzliche Leinenpflichten erlassen.
Welche Bundesländer haben die wenigsten Pflichten für Hundehalter?
Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen schreiben keine Haftpflicht, keinen Chip, kein Register, keine Sachkunde und keine allgemeine Leine vor, auch nicht für große Hunde. Dort regeln oft Gemeinden die Leinenpflicht.
Muss ich meinen Hund in einem Register anmelden?
In Berlin, Hamburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gibt es ein zentrales Register. Bremen verlangt die Registrierung in einem anerkannten Haustierregister. Brandenburg und Thüringen verlangen eine Anzeige bei der Behörde.
Methodik und Einschränkungen
Wir haben für alle 16 Länder die geltenden Hundegesetze und Verordnungen in den amtlichen Rechtsportalen geöffnet, Stand 10. Oktober 2026. Für Niedersachsen nutzen wir das amtliche Vorschrifteninformationssystem NI-VORIS, auch für die Leinenpflicht nach § 33 des Waldgesetzes.
Als Pflicht zählen wir nur Regeln, die landesweit für alle Hunde gelten. Regeln nur für gefährliche Hunde, für große Hunde oder Soll-Vorschriften führen wir gesondert. Kommunale Satzungen und Polizeiverordnungen sind nicht berücksichtigt.
Die Berliner Zahlen zu Sachkundebescheinigungen, Register und Hundesteuer stammen aus Antworten des Senats auf Schriftliche Anfragen im Abgeordnetenhaus. Die Angabe zu sieben Ländern mit Versicherungspflicht stammt von der Verbraucherseite des GDV, Stand 12. März 2026.
Quellen
- Berlin: Gesetz über das Halten und Führen von Hunden vom 7. Juli 2016, Chip, Register, Haftpflicht, Leinenpflicht Berlin
- Niedersachsen (NI-VORIS): Gesetz über das Halten von Hunden vom 26. Mai 2011, zuletzt geändert 22. September 2022, Sachkunde, Chip, Haftpflicht, Register Niedersachsen
- Hamburg: Hundegesetz vom 26. Januar 2006, Pflichten Hamburg
- Außerdem herangezogen: Bremen: Bremisches Gesetz über das Halten von Hunden vom 24. Juni 2025, Sachsen-Anhalt: Hundegesetz vom 23. Januar 2009, Thüringen: Tiergefahrengesetz vom 22. Juni 2011, Schleswig-Holstein: Gesetz über das Halten von Hunden vom 26. Juni 2015, Nordrhein-Westfalen: Landeshundegesetz vom 18. Dezember 2002, Brandenburg: Hundehalteverordnung vom 24. Juni 2024, Hessen: Hundeverordnung vom 22. Januar 2003, Mecklenburg-Vorpommern: Hundehalterverordnung vom 11. Juli 2022, Baden-Württemberg: Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher Hunde vom 3. August 2000, Bayern: Landesstraf- und Verordnungsgesetz, Art. 18 und Art. 37, Rheinland-Pfalz: Landesgesetz über gefährliche Hunde vom 22. Dezember 2004, Saarland: Polizeiverordnung über gefährliche Hunde vom 15. Dezember 2022, Sachsen: Gesetz zum Schutze der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden vom 24. August 2000, Niedersachsen (NI-VORIS): § 33 Niedersächsisches Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung, Fassung ab 1. April 2009, Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/22266 (April 2025), Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/19062 (Mai 2024), Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/17756 (Januar 2024), GDV: Was leistet eine Hundehalterhaftpflichtversicherung? (Stand 12. März 2026), Bremische Bürgerschaft: Drucksache 21/999, Gesetzentwurf des Senats zum Bremischen Hundegesetz.
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