Datenreport · Aktualisiert Oktober 2026
Beißvorfälle mit Hunden in Deutschland: Was die amtlichen Statistiken aus Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hamburg zeigen
Eine bundesweite Beißstatistik gibt es nicht, wohl aber jährliche amtliche Zahlen aus Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Berlin zählte 2024 genau 523 Fälle mit verletzten Menschen, NRW 2025 insgesamt 1.356 Beißvorfälle mit Verletzungen am Menschen bei 972.464 registrierten Hunden. Rangfolgen nach Rassen spiegeln vor allem, wie viele Hunde einer Rasse leben, und sind deshalb keine Risikoquoten.

Wichtigste Ergebnisse
- Deutschland führt keine bundesweite Statistik über Hundebisse; nur einzelne Länder wie Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hamburg veröffentlichen jährlich amtliche Zahlen.
- In Berlin wurden 2024 genau 523 Fälle registriert, in denen Hunde Menschen verletzten: 77 schwer und 446 leicht, dazu 97 Fälle von gefahrdrohendem Anspringen.
- Der Berliner Höchstwert der letzten sechs Jahre lag 2023 bei 615 Fällen mit verletzten Menschen; 2024 waren es 92 Fälle weniger.
- In Berlin waren 2024 Mischlinge ohne Rassezuordnung an 159 der 523 Fälle mit verletzten Menschen beteiligt, das sind 30,4 %.
- Hunde der Berliner Rasseliste und ihre Mischlinge waren 2024 an 29 von 523 Fällen beteiligt, das entspricht 5,5 %.
- Nordrhein-Westfalen registrierte 2025 insgesamt 1.356 Beißvorfälle mit verletzten Menschen bei 972.464 gemeldeten Hunden, also 1,4 Vorfälle je 1.000 Hunde.
- Der Deutsche Schäferhund verursachte in NRW 2025 mit 111 Vorfällen die meisten Beißvorfälle einer einzeln erfassten Rasse, liegt bezogen auf 29.800 gemeldete Tiere laut Landesministerium aber im Mittelfeld.
- Bezogen auf die Population lagen in NRW 2025 Kangal mit 9,4 und Malinois mit 8,4 Vorfällen je 1.000 Hunde vorn; der Durchschnitt aller Hunde lag bei 1,4.
- In Hamburg ereigneten sich 2025 von 134 Beißvorfällen 101 im öffentlichen Raum, das sind 75,4 %.
- Bei sehr kleinen Rassebeständen kippt die Quote: In Hamburg ergab 2025 ein einziger auffälliger Saarlooswolfhond bei 8 gemeldeten Tieren eine Quote von 12,5 %.
Wie viele Beißvorfälle mit Hunden gibt es in Deutschland?
Eine bundesweite Zahl gibt es nicht. Hundebisse sind in Deutschland nicht allgemein meldepflichtig, und kein Bundesamt führt eine Beißstatistik. Das Infektionsschutzgesetz verlangt eine Meldung nur bei Verdacht auf Tollwut. Was es gibt, sind Landesstatistiken, die Ordnungsbehörden aus ihren Akten zusammenstellen.
Regelmäßig und nach Rassen aufgeschlüsselt veröffentlichen solche Zahlen unter anderem diese drei Länder. Berlin stellt seit Jahren eine Hundebiss-Statistik als offene Daten bereit, zuletzt für 2024. Nordrhein-Westfalen wertet Meldungen der Kommunen nach dem Landeshundegesetz aus, zuletzt im Mai 2026 für 2023 bis 2025. Hamburg ist nach § 26 seines Hundegesetzes zu einer jährlichen Statistik verpflichtet, zuletzt für 2025. Welche Rassen in welchem Land gelistet sind, zeigt unser Report zu Listenhunden in den Bundesländern.
Die drei Statistiken messen Unterschiedliches. Berlin zählt Fälle nach Schwere der Verletzung, NRW setzt Vorfälle ins Verhältnis zu registrierten Hunden, Hamburg zählt beteiligte Hunde je Rasse. Die Zahlen lassen sich deshalb nicht einfach addieren oder vergleichen.
| Land | Herausgeber | Letztes Berichtsjahr | Wichtigste Zahl | Bezug auf Hundebestand |
|---|---|---|---|---|
| Berlin | Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz | 2024 | 523 Fälle mit verletzten Menschen | nein |
| Nordrhein-Westfalen | Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz | 2025 | 1.356 Beißvorfälle mit verletzten Menschen | ja, 972.464 registrierte Hunde |
| Hamburg | Behörde für Justiz und Verbraucherschutz | 2025 | 134 Beißvorfälle | ja, gemeldete Hunde je Rasse |
Berlin: Beißvorfälle von 2016 bis 2024
In Berlin wurden 2024 genau 523 Fälle registriert, in denen ein Hund einen Menschen verletzte. 77 davon galten als schwere, 446 als leichte Verletzung. Dazu kamen 97 Fälle von gefahrdrohendem Anspringen und 357 Fälle, in denen ausschließlich andere Hunde verletzt wurden.
Seit 2019 trennt die Statistik zwischen schweren und leichten Verletzungen. Für 2016 bis 2018 gibt es nur eine Summe für Menschen, die verletzt oder angesprungen wurden. Damit die Reihe vergleichbar bleibt, zeigt die Grafik diese Summe für alle neun Jahre.
Der Höchstwert lag 2023 bei 749 Fällen mit verletzten oder angesprungenen Menschen. 2024 waren es 620, also 129 weniger. Bei den verletzten Menschen lag 2020 mit 519 Fällen der niedrigste Wert seit 2019. Der Senat hielt in einer Antwort an das Abgeordnetenhaus einen Einfluss pandemiebedingter Beschränkungen für möglich.
Quelle: Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz Berlin, Hundebiss-Statistik 2016 bis 2024 (Summe Hunde gesamt). Ab 2019 Summe aus schwer verletzt, leicht verletzt und gefahrdrohendem Anspringen.
Zahlen anzeigen
| Label | Fälle |
|---|---|
| 2016 | 614 |
| 2017 | 584 |
| 2018 | 625 |
| 2019 | 689 |
| 2020 | 635 |
| 2021 | 630 |
| 2022 | 683 |
| 2023 | 749 |
| 2024 | 620 |
Diagramm einbetten
| Jahr | Menschen schwer verletzt | Menschen leicht verletzt | Gefahrdrohendes Anspringen | Nur andere Hunde verletzt | Anteil schwer an allen Verletzten |
|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | 71 | 500 | 118 | 429 | 12,4 % |
| 2020 | 67 | 452 | 116 | 430 | 12,9 % |
| 2021 | 68 | 458 | 104 | 420 | 12,9 % |
| 2022 | 87 | 489 | 107 | 438 | 15,1 % |
| 2023 | 105 | 510 | 134 | 456 | 17,1 % |
| 2024 | 77 | 446 | 97 | 357 | 14,7 % |
Der Anteil schwerer Verletzungen schwankt zwischen 12,4 % im Jahr 2019 und 17,1 % im Jahr 2023. Ob eine Verletzung als schwer gilt, entscheiden die Bezirksämter. Das zeigt sich deutlich im Vergleich der Bezirke weiter unten.
Berlin 2024: Welche Hunde in der Statistik auftauchen
Die größte Gruppe sind Mischlinge. Mischlinge ohne Rassezuordnung waren 2024 an 159 der 523 Fälle mit verletzten Menschen beteiligt, das sind 30,4 %. In weiteren 42 Fällen ließ sich die Rasse nicht bestimmen.
Unter den benannten Rassen führt der Deutsche Schäferhund mit 22 Fällen, vor dem Labrador Retriever mit 20 und dem Rottweiler mit 16. Insgesamt nennt die Statistik 88 benannte Rassen oder Mischlingstypen mit mindestens einem verletzten Menschen.
Berlin veröffentlicht zur Statistik keine Zahl der gehaltenen Hunde je Rasse. Die Berliner Rangfolge ist deshalb eine reine Häufigkeitsliste. Sie sagt nichts darüber, ob ein einzelner Schäferhund häufiger beißt als ein einzelner Labrador.
Quelle: Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz Berlin, Hundebiss-Statistik 2024. Absolute Fälle, keine Quoten: Berlin veröffentlicht keinen Hundebestand je Rasse. Rot: Rasse der Berliner Rasseliste.
Zahlen anzeigen
| Label | Fälle |
|---|---|
| Mischlinge ohne Rassezuordnung | 159 |
| Nicht bestimmbare Hunde | 42 |
| Deutscher Schäferhund | 22 |
| Labrador Retriever | 20 |
| Rottweiler | 16 |
| American Staffordshire Terrier | 14 |
| Französische Bulldogge | 14 |
| Belgische Schäferhunde | 12 |
| Schäferhund-Mix | 12 |
| Australian Shepherd | 10 |
| Parson und Jack Russell Terrier | 10 |
| Border Collie | 9 |
| Dobermann | 9 |
| Labrador-Mix | 9 |
| Yorkshire Terrier | 9 |
Diagramm einbetten
| Gruppe | Menschen schwer verletzt | Menschen leicht verletzt | Anspringen | Nur Hunde verletzt | Verletzte Menschen gesamt | Anteil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Rasseliste (Pitbull, American Staffordshire Terrier, Bullterrier) | 8 | 13 | 4 | 24 | 21 | 4,0 % |
| Mischlinge der Rasseliste | 2 | 6 | 3 | 8 | 8 | 1,5 % |
| Mischlinge ohne Rassezuordnung | 17 | 142 | 20 | 69 | 159 | 30,4 % |
| Nicht bestimmbare Hunde | 14 | 28 | 11 | 41 | 42 | 8,0 % |
| Sonstige benannte Rassen | 36 | 257 | 59 | 215 | 293 | 56,0 % |
| Summe | 77 | 446 | 97 | 357 | 523 | 100 % |
Berlin: Einzelne Rassen von 2019 bis 2024
Die Fallzahlen einzelner Rassen schwanken stark. Beim Deutschen Schäferhund sank die Zahl der Fälle mit verletzten Menschen von 53 im Jahr 2019 auf 22 im Jahr 2024. Beim American Staffordshire Terrier lag sie zwischen 8 und 21.
Solche Bewegungen können viele Ursachen haben: mehr oder weniger Hunde dieser Rasse, andere Zuordnung durch die Behörden oder schlicht Zufall bei kleinen Zahlen. Die Statistik selbst nennt keine Gründe.
| Rasse | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutscher Schäferhund | 53 | 48 | 41 | 36 | 30 | 22 |
| American Staffordshire Terrier | 18 | 8 | 21 | 10 | 18 | 14 |
| Pit Bull Terrier | 6 | 8 | 10 | 9 | 10 | 4 |
| Bull Terrier | 3 | 3 | 2 | 3 | 2 | 3 |
| Französische Bulldogge | 8 | 5 | 7 | 10 | 9 | 14 |
| Dachshunde (Dackel) | 16 | 12 | 10 | 24 | 5 | 5 |
Bis 2021 fasste die Berliner Statistik Golden Retriever und Labrador Retriever in einer Zeile zusammen. Für 2019 bis 2021 nennt sie dort 30, 23 und 25 Fälle. Ab 2022 steht der Labrador Retriever einzeln mit 19, 16 und 20 Fällen.
Berlin nach Bezirken: Wo die Unterschiede in der Zählweise liegen
Die meisten Fälle mit verletzten Menschen meldete 2024 Tempelhof-Schöneberg mit 70, vor Steglitz-Zehlendorf mit 65 und Pankow mit 61. Die wenigsten meldete Spandau mit 30.
Auffällig ist die Verteilung der Schweregrade. Treptow-Köpenick stufte 25 von 40 Fällen als schwer ein, Tempelhof-Schöneberg nur 2 von 70. So große Unterschiede deuten eher auf verschiedene Bewertungspraxis in den Ämtern hin als auf gefährlichere Hunde.
Eine Quote je Bezirk lässt sich nicht seriös berechnen. Im zentralen Berliner Hunderegister standen im Januar 2024 erst 56.323 Hunde, steuerlich gemeldet waren Ende 2023 dagegen 131.440. Die Finanzamtsbezirke decken sich zudem nicht mit den Verwaltungsbezirken.

| Bezirk | Schwer verletzt | Leicht verletzt | Gesamt | Anteil schwer |
|---|---|---|---|---|
| Tempelhof-Schöneberg | 2 | 68 | 70 | 2,9 % |
| Steglitz-Zehlendorf | 3 | 62 | 65 | 4,6 % |
| Pankow | 17 | 44 | 61 | 27,9 % |
| Mitte | 2 | 38 | 40 | 5,0 % |
| Charlottenburg-Wilmersdorf | 7 | 33 | 40 | 17,5 % |
| Treptow-Köpenick | 25 | 15 | 40 | 62,5 % |
| Marzahn-Hellersdorf | 9 | 31 | 40 | 22,5 % |
| Reinickendorf | 1 | 39 | 40 | 2,5 % |
| Lichtenberg | 3 | 32 | 35 | 8,6 % |
| Friedrichshain-Kreuzberg | 1 | 30 | 31 | 3,2 % |
| Neukölln | 2 | 29 | 31 | 6,5 % |
| Spandau | 5 | 25 | 30 | 16,7 % |
| Berlin gesamt | 77 | 446 | 523 | 14,7 % |
Nordrhein-Westfalen: Beißvorfälle im Verhältnis zum Hundebestand
Nordrhein-Westfalen liefert die genauesten Zahlen, weil es Vorfälle und registrierte Hunde gemeinsam erfasst. 2025 meldeten die Kommunen 1.356 Beißvorfälle mit verletzten Menschen. Registriert waren 972.464 Hunde, das ergibt 1,4 Vorfälle je 1.000 Hunde.
Seit 2024 erfasst NRW auch, ob eine Verletzung erheblich war, etwa mit Operation, Klinikaufenthalt oder Fehltagen. 2025 traf das auf 349 der 1.356 Vorfälle zu, also auf 25,7 %. Im Abschnitt zu den vier Listenrassen vermerkt der Bericht für 2023 bis 2025 keine Todesfälle durch Hundebisse.
Der Anstieg 2024 auf 1.454 Vorfälle fällt mit einer Umstellung zusammen. Ab 2024 beobachtet NRW laut Ministerium zwölf zusätzliche große Rassen gesondert. Das Ministerium stellt für große Hunde dennoch einen Anstieg der relativen Beißhäufigkeit fest.
Quelle: MLV NRW, Berichte zur Hundestatistik 2022 und 2023 bis 2025, eigene Berechnung aus Vorfällen und registrierten Hunden. Kleine Hunde unterliegen keiner Meldepflicht.
Zahlen anzeigen
| Label | je 1.000 Hunde |
|---|---|
| 2022 | 1,17 |
| 2023 | 1,22 |
| 2024 | 1,47 |
| 2025 | 1,39 |
Diagramm einbetten
| Jahr | Registrierte Hunde | Beißvorfälle Mensch | Je 1.000 Hunde |
|---|---|---|---|
| 2022 | 976.541 | 1.146 | 1,17 |
| 2023 | 982.247 | 1.196 | 1,22 |
| 2024 | 989.734 | 1.454 | 1,47 |
| 2025 | 972.464 | 1.356 | 1,39 |
| Gruppe | Registrierte Hunde | Erheblich | Nicht erheblich | Gesamt | Je 1.000 Hunde |
|---|---|---|---|---|---|
| Gefährliche Hunde nach § 3 Abs. 2 (4 Rassen) | 5.893 | 10 | 12 | 22 | 3,73 |
| Hunde bestimmter Rassen nach § 10 (10 Rassen) | 7.867 | 13 | 20 | 33 | 4,19 |
| Große Hunde nach § 11 (ab 40 cm oder 20 kg) | 611.780 | 297 | 796 | 1.093 | 1,79 |
| Kleine Hunde (keine Meldepflicht) | 346.924 | 29 | 179 | 208 | 0,60 |
| Alle Hunde | 972.464 | 349 | 1.007 | 1.356 | 1,39 |
Hunde der beiden Rasselisten machen 2025 genau 1,41 % der registrierten Hunde aus, aber 4,06 % der Beißvorfälle mit Menschen. Ihre Quote je 1.000 Hunde liegt damit über dem Durchschnitt. Die große Mehrheit der Vorfälle, 1.093 von 1.356, geht dennoch auf große Hunde ohne Listenstatus zurück.
Nordrhein-Westfalen 2025: Rangfolge nach Quote statt nach Fallzahl
Nach absoluten Zahlen führt der Deutsche Schäferhund mit 111 Vorfällen. Bezogen auf 29.800 gemeldete Tiere sind das 3,7 Vorfälle je 1.000 Hunde. Der Belgische Schäferhund (Malinois) kommt auf 52 Vorfälle bei 6.216 Tieren, also auf 8,4 je 1.000. Wie verbreitet einzelne Rassen in Deutschland sind, zeigt unser Report zu den beliebtesten Hunderassen.
Die höchste Quote unter den Rassen mit mindestens 1.000 gemeldeten Tieren hat der Kangal mit 9,4 je 1.000. Der Siberian Husky liegt mit 0,5 je 1.000 am unteren Ende. Kleine Hunde ohne Einzelerfassung kommen auf 0,6, sind aber nicht vollständig gemeldet.
Wie stark die Rangfolge von der Population abhängt, zeigt der Australian Shepherd. Er liegt mit 44 Vorfällen nach Fallzahl auf Platz 3 der einzeln erfassten Rassen, nach Quote mit 2,0 je 1.000 aber im unteren Drittel.

Quelle: MLV NRW, Bericht zur Hundestatistik 2023 bis 2025, Berichtsblatt 2025; eigene Berechnung. Rot: Rasse einer NRW-Rasseliste oder Miniatur-Bullterrier.
Zahlen anzeigen
| Label | je 1.000 Hunde |
|---|---|
| Kangal | 9,4 |
| Belgischer Schäferhund (Malinois) | 8,4 |
| Cane Corso | 6,0 |
| Miniatur-Bullterrier | 5,9 |
| Akita Inu | 5,5 |
| Rottweiler | 4,4 |
| Deutscher Schäferhund | 3,7 |
| American Bulldog | 3,6 |
| American Staffordshire Terrier | 3,2 |
| Presa Canario | 2,9 |
| Dobermann | 2,6 |
| Deutsche Dogge | 2,4 |
| Hovawart | 2,4 |
| Border Collie | 2,1 |
| Rhodesian Ridgeback | 2,1 |
| Australian Shepherd | 2,0 |
| Weimaraner | 1,9 |
| Sonstige große Hunde und Mischlinge | 1,5 |
| Deutsch Drahthaar | 1,0 |
| Alle anderen kleinen Hunde | 0,6 |
| Siberian Husky | 0,5 |
Diagramm einbetten
| Rasse oder Gruppe | Registrierte Hunde | Beißvorfälle Mensch | Je 1.000 Hunde | Rang nach Fallzahl |
|---|---|---|---|---|
| Pitbull Terrier | 357 | 7 | 19,6 | 18 |
| Kangal | 1.708 | 16 | 9,4 | 10 |
| Belgischer Schäferhund (Malinois) | 6.216 | 52 | 8,4 | 4 |
| Cane Corso | 5.174 | 31 | 6,0 | 6 |
| Miniatur-Bullterrier | 2.547 | 15 | 5,9 | 11 |
| Akita Inu | 2.014 | 11 | 5,5 | 13 |
| Rottweiler | 3.892 | 17 | 4,4 | 9 |
| Deutscher Schäferhund | 29.800 | 111 | 3,7 | 3 |
| American Bulldog | 1.109 | 4 | 3,6 | 19 |
| American Staffordshire Terrier | 2.215 | 7 | 3,2 | 17 |
| Presa Canario | 1.044 | 3 | 2,9 | 21 |
| Dobermann | 5.342 | 14 | 2,6 | 12 |
| Deutsche Dogge | 3.697 | 9 | 2,4 | 16 |
| Hovawart | 4.109 | 10 | 2,4 | 14 |
| Border Collie | 13.702 | 29 | 2,1 | 7 |
| Rhodesian Ridgeback | 9.248 | 19 | 2,1 | 8 |
| Australian Shepherd | 22.421 | 44 | 2,0 | 5 |
| Weimaraner | 5.179 | 10 | 1,9 | 15 |
| Sonstige große Hunde und Mischlinge | 491.229 | 727 | 1,5 | 1 |
| Deutsch Drahthaar | 3.941 | 4 | 1,0 | 20 |
| Alle anderen kleinen Hunde | 344.377 | 193 | 0,6 | 2 |
| Siberian Husky | 6.468 | 3 | 0,5 | 22 |
Bei kleinen Beständen entscheidet ein einziger Vorfall über die Quote. Der Pitbull Terrier kam 2025 auf 7 Vorfälle bei 357 Hunden, also 19,6 je 1.000. Der Tosa Inu erreichte 2023 mit einem einzigen Vorfall bei 22 Hunden 45,5 je 1.000. Solche Werte sind statistisch kaum belastbar.
Hamburg: 134 Beißvorfälle im Jahr 2025
Hamburg zählte 2025 genau 134 Beißvorfälle, nach 160 im Jahr 2024, 89 im Jahr 2023 und 120 im Jahr 2022. 101 der 134 Vorfälle 2025 geschahen im öffentlichen Raum, 19 auf Privatgrundstücken.
Der Bezirk Wandsbek meldete 2025 mit 49 die meisten Vorfälle, Harburg keinen. Bei 111 der 134 Vorfälle steht als Ursache unbekannt, ungeklärt oder keine Angabe. Das sind 82,8 %.
Hamburg setzt die beteiligten Hunde einer Rasse ins Verhältnis zu den gemeldeten Hunden dieser Rasse. Die Tabelle unten zeigt, wie stark kleine Bestände die Prozentwerte verzerren.
Quelle: Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Hamburg, Statistiken gem. § 26 HundeG 2022 bis 2025.
Zahlen anzeigen
| Label | Vorfälle |
|---|---|
| 2022 | 120 |
| 2023 | 89 |
| 2024 | 160 |
| 2025 | 134 |
Diagramm einbetten
| Jahr | Beißvorfälle | Davon öffentlicher Raum | Anteil öffentlicher Raum |
|---|---|---|---|
| 2022 | 120 | 82 | 68,3 % |
| 2023 | 89 | 61 | 68,5 % |
| 2024 | 160 | 127 | 79,4 % |
| 2025 | 134 | 101 | 75,4 % |
| Rasse laut Register | Gemeldete Hunde | Beteiligte Hunde | Quote laut Statistik |
|---|---|---|---|
| Saarlooswolfhond | 8 | 1 | 12,50 % |
| Polski Owczarek Podhalanski | 18 | 1 | 5,56 % |
| Dogo Argentino | 21 | 1 | 4,76 % |
| Cane Corso | 165 | 3 | 1,82 % |
| American Staffordshire Terrier | 93 | 1 | 1,08 % |
| Deutscher Schäferhund | 1.353 | 7 | 0,52 % |
| Rhodesian Ridgeback | 1.002 | 4 | 0,40 % |
| Französische Bulldogge | 3.835 | 5 | 0,13 % |
| Mischling (nicht zuzuordnen) | 15.969 | 25 | 0,16 % |
| Labrador | 5.741 | 4 | 0,07 % |
| Labrador Retriever | 4.424 | 3 | 0,07 % |
| Golden Retriever | 4.109 | 1 | 0,02 % |
Der Saarlooswolfhond steht mit 12,5 % an der Spitze, weil von 8 gemeldeten Tieren eines auffällig wurde. Labrador und Labrador Retriever stehen im Register als zwei getrennte Einträge mit 5.741 und 4.424 Hunden. Auch solche Schreibweisen verändern jede Rangliste.
Warum Rassezahlen keine Risikoquoten sind
Eine Beißstatistik zählt Vorfälle, die einer Behörde bekannt werden. Wie oft eine Rasse darin vorkommt, hängt zuerst davon ab, wie viele Hunde dieser Rasse leben. In NRW gab es 2025 rund 30.000 gemeldete Deutsche Schäferhunde, aber nur 357 Pitbull Terrier.
Dazu kommen Erfassungsprobleme. Die Rasse wird meist nach dem Aussehen bestimmt, oft vom Opfer oder von Zeugen. Kleine Hunde müssen in NRW nicht gemeldet werden, ihr Bestand ist also unterschätzt. Leichte Bisse durch kleine Hunde landen seltener bei Behörden.
Auch die Regeln beeinflussen die Zahlen. Hunde der Rasselisten müssen oft angeleint und mit Maulkorb geführt werden. Ihre Halter brauchen Erlaubnis und Sachkunde. Niedrige Fallzahlen können deshalb auch eine Folge dieser Auflagen sein. Einen Überblick über Leine, Maulkorb und Sachkunde je Land bietet unser Vergleich der Hundegesetze.
Belastbar ist ein Vergleich nur mit Bestandszahl, großen Fallzahlen und mehreren Jahren. Das leistet bisher nur die NRW-Statistik halbwegs. Für die Frage, ob ein bestimmter Hund gefährlich ist, sagt keine dieser Statistiken etwas.
- Population: Viele Hunde einer Rasse bedeuten viele Vorfälle, auch bei niedriger Quote.
- Kleine Bestände: Bei unter 1.000 Tieren verschiebt ein einzelner Vorfall die Quote stark.
- Rassezuordnung: Oft nach Aussehen, Mischlinge werden unterschiedlich eingeordnet.
- Meldeverhalten: Nur Fälle, die Behörden bekannt werden, gehen in die Statistik ein.
- Bewertung: Was als schwer oder erheblich gilt, entscheiden die Ämter unterschiedlich.
- Auflagen: Leine, Maulkorb und Erlaubnispflicht für Listenhunde senken deren Gelegenheiten zu beißen.
Wer Berliner und NRW-Zahlen trotzdem nebeneinanderlegt, sieht die Grenzen sofort. Berlin kam 2023 auf 615 Fälle mit verletzten Menschen bei 131.440 steuerlich gemeldeten Hunden, rechnerisch 4,7 je 1.000. NRW lag im selben Jahr bei 1,2 je 1.000. Der Abstand dürfte vor allem an Zählweise und Bestandserfassung liegen.
Häufige Fragen
Gibt es eine bundesweite Statistik über Hundebisse?
Nein. Hundebisse sind in Deutschland nicht allgemein meldepflichtig, und es gibt keine bundesweite Beißstatistik. Amtliche Zahlen mit Rassenangaben veröffentlichen vor allem Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hamburg.
Wie viele Menschen wurden 2024 in Berlin von Hunden verletzt?
Die Berliner Hundebiss-Statistik nennt für 2024 genau 523 Fälle mit verletzten Menschen. 77 davon waren schwere, 446 leichte Verletzungen. Dazu kamen 97 Fälle von gefahrdrohendem Anspringen.
Welche Hunderasse beißt am häufigsten?
Nach absoluten Fallzahlen führen meist häufig gehaltene Hunde, etwa Mischlinge und der Deutsche Schäferhund. Bezogen auf den Bestand lagen in NRW 2025 Kangal mit 9,4 und Malinois mit 8,4 Vorfällen je 1.000 Hunde vorn. Bei kleinen Beständen sind solche Quoten unsicher.
Beißen Listenhunde häufiger als andere Hunde?
In NRW lag die Quote der Listenhunde 2025 mit 3,7 und 4,2 Vorfällen je 1.000 Hunde über dem Durchschnitt von 1,4. Sie machten 1,41 % der registrierten Hunde und 4,06 % der Vorfälle aus. Die meisten Vorfälle gingen aber auf andere große Hunde zurück.
Wie viele Beißvorfälle gab es 2025 in Nordrhein-Westfalen?
Die Kommunen in NRW meldeten 2025 insgesamt 1.356 Beißvorfälle mit Verletzungen am Menschen, davon 349 erhebliche. Registriert waren 972.464 Hunde. Todesfälle durch Bisse von Listenhunden nennt der Landesbericht für 2023 bis 2025 nicht.
Wo passieren die meisten Hundebisse?
Hamburg erfasst den Ort: 2025 geschahen 101 von 134 Beißvorfällen im öffentlichen Raum, das sind 75,4 %. 19 Vorfälle ereigneten sich auf Privatgrundstücken. Andere Länder veröffentlichen diese Angabe nicht.
Warum taugen Rasselisten aus Beißstatistiken nicht als Risikoranking?
Weil häufige Rassen auch häufig in der Statistik auftauchen. Ohne Bestandszahl, mit unsicherer Rassezuordnung und bei kleinen Fallzahlen entstehen verzerrte Rangfolgen. Belastbar ist nur eine Quote je gemeldetem Hund über mehrere Jahre.
Was passiert nach einem Beißvorfall mit dem Hund?
Die Ordnungsbehörde prüft den Fall und kann die Gefährlichkeit des Hundes feststellen. Häufige Folgen sind Leinen- und Maulkorbzwang oder ein Wesenstest. In Hamburg ordneten die Bezirke 2025 zum Beispiel 30 Vorführungen zur Gefährlichkeitsprüfung an.
Methodik und Einschränkungen
Für diesen Report haben wir ausschließlich amtliche Veröffentlichungen ausgewertet. Dazu gehört die Hundebiss-Statistik der Berliner Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz 2016 bis 2024 als offene Daten. Dazu kommen die Berichte des NRW-Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz zur Hundestatistik 2022 und 2023 bis 2025. Aus Hamburg nutzen wir die Statistiken nach § 26 Hundegesetz 2022 bis 2025.
Berliner Summen übernehmen wir aus den Summenzeilen der amtlichen Dateien. Für 2016 bis 2018 gibt es dort nur eine Summe für verletzte oder angesprungene Menschen. Ab 2019 bilden wir diese Summe aus drei Spalten, damit die Reihe vergleichbar bleibt.
NRW-Quoten je 1.000 Hunde haben wir aus den Berichtsblättern selbst berechnet: Beißvorfälle mit Verletzungen am Menschen geteilt durch registrierte Hunde. Für 2024 und 2025 addieren wir erhebliche und nicht erhebliche Vorfälle. Hamburger Prozentwerte übernehmen wir unverändert aus der Behördenstatistik.
Die Berliner Zahlen zu Bezirken stammen aus der Antwort des Senats auf die Schriftliche Anfrage 19/22266 vom April 2025. Die Hundebestände in Berlin stammen aus der Antwort auf die Schriftliche Anfrage 19/17756 vom Januar 2024.
Quellen
- Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz Berlin: Hundebiss-Statistik 2024, Berliner Fallzahlen 2024 nach Rasse und Schweregrad
- Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW: Auswertung der Hundestatistik 2023 bis 2025 (5. Mai 2026), NRW-Bestände, Beißvorfälle und Erheblichkeit 2023 bis 2025
- Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Hamburg: Statistiken gem. § 26 Hundegesetz, Hamburger Beißvorfälle 2022 bis 2025 nach Rasse, Bezirk und Ort
- Außerdem herangezogen: Berlin Open Data: Hundebiss-Statistik Berlin, CSV 2016 bis 2024, MLV NRW: Bericht zur Hundestatistik für das Jahr 2022 (24. November 2023), Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/22266 (April 2025), Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/17756 (Januar 2024), Hamburger Statistik gem. § 26 HundeG über Beißvorfälle im Jahr 2025, Infektionsschutzgesetz § 6: Meldepflichtige Krankheiten.
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