Vergleich · Aktualisiert Oktober 2026
Listenhunde in Deutschland: Welche Rassen in welchem Bundesland als gefährlich gelten, mit Rechtsgrundlage und Bundes-Einfuhrverbot
Elf der 16 Bundesländer führen im Oktober 2026 eine Rasseliste für gefährliche Hunde. Pitbull-Terrier und American Staffordshire Terrier stehen in allen elf Listen, Bayern listet mit 19 Rassen die meisten. Fünf Länder kommen ohne Rasseliste aus, Brandenburg hat seine am 1. Juli 2024 abgeschafft. Bundesweit gilt zusätzlich ein Einfuhrverbot für vier Rassen.

Wichtigste Ergebnisse
- Elf von 16 Bundesländern führen im Oktober 2026 eine Liste von Hunderassen, deren Gefährlichkeit vermutet oder gesetzlich festgelegt ist.
- Pitbull-Terrier und American Staffordshire Terrier stehen in allen elf Landeslisten, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier in jeweils neun.
- Bayern hat mit 19 Rassen die längste Liste, gefolgt von Hamburg mit 15, Nordrhein-Westfalen mit 14 und Baden-Württemberg mit 12.
- Sechs Länder listen nur drei oder vier Rassen, und zwar ausschließlich Rassen aus dem Einfuhrverbot des Bundes.
- Insgesamt kommen 21 verschiedene Rassen oder Gruppen in mindestens einer Landesliste vor; sieben davon stehen nur in einem oder zwei Ländern.
- Der Rottweiler gilt in vier Ländern als Listenhund: Bayern, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.
- Brandenburg hat seine Rasseliste zum 1. Juli 2024 abgeschafft, Mecklenburg-Vorpommern zum 23. Juli 2022.
- Das Bundesgesetz vom 12. April 2001 verbietet die Einfuhr von Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier; Verstöße können mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden.
- Bremen verbietet das Halten seiner vier Listenrassen grundsätzlich, außer mit Ausnahmeerlaubnis; das Hundegesetz vom 24. Juni 2025 hat dieses Verbot aus dem Gesetz von 2001 übernommen.
Welche Hunde gelten in Deutschland als Listenhunde?
Listenhunde sind Hunde, deren Gefährlichkeit ein Bundesland allein wegen ihrer Rasse vermutet oder gesetzlich festlegt. Für sie gelten strengere Regeln, etwa Erlaubnispflicht, Leine, Maulkorb oder ein Zuchtverbot. Welche Rassen betroffen sind, entscheidet jedes Land selbst.
Im Oktober 2026 führen elf der 16 Länder eine solche Liste. Die Spanne reicht von drei Rassen in Berlin, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen bis zu 19 Rassen in Bayern. Fünf Länder kommen ohne Liste aus und stufen Hunde nur nach ihrem Verhalten ein. Welche Pflichten für alle Hunde gelten, zeigt unser Vergleich der Hundegesetze.
Wir haben alle 16 Landesregelungen in den amtlichen Rechtsportalen der Länder geprüft. Der Stand ist der 10. Oktober 2026.
Quelle: Landesgesetze und Verordnungen der 16 Länder, amtliche Rechtsportale; eigene Zählung. Liste 1 und Liste 2 zusammen; Kreuzungen nicht gesondert gezählt.
Zahlen anzeigen
| Label | Rassen |
|---|---|
| Bayern | 19 |
| Hamburg | 15 |
| Nordrhein-Westfalen | 14 |
| Baden-Württemberg | 12 |
| Hessen | 9 |
| Bremen | 4 |
| Sachsen-Anhalt | 4 |
| Berlin | 3 |
| Rheinland-Pfalz | 3 |
| Saarland | 3 |
| Sachsen | 3 |
| Brandenburg | 0 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 0 |
| Niedersachsen | 0 |
| Schleswig-Holstein | 0 |
| Thüringen | 0 |
Diagramm einbetten
Das Einfuhrverbot des Bundes für vier Rassen
Unabhängig von den Landeslisten gilt bundesweit das Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz vom 12. April 2001. Nach § 2 dürfen Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier samt Kreuzungen nicht nach Deutschland eingeführt oder verbracht werden.
Für weitere Rassen gilt das Verbot dann, wenn das Land, in dem der Hund dauerhaft leben soll, ihre Gefährlichkeit vermutet. Ein Rottweiler aus dem Ausland darf deshalb nicht nach Bayern eingeführt werden, weil Bayern seine Gefährlichkeit bis zum Gegenbeweis vermutet.
Wer gegen das Verbot verstößt, riskiert nach § 5 bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei Fahrlässigkeit bis zu einem Jahr. Das Bundesverfassungsgericht hat das Verbot am 16. März 2004 für vereinbar mit dem Grundgesetz erklärt (1 BvR 1778/01).
| Regel | Inhalt | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Verbotene Rassen | Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier und Kreuzungen | § 2 Abs. 1 Satz 1 HundVerbrEinfG vom 12. April 2001 |
| Weitere Rassen | Rassen, deren Gefährlichkeit das Zielland vermutet | § 2 Abs. 1 Satz 2 HundVerbrEinfG |
| Strafe | Bis zu 2 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, fahrlässig bis zu 1 Jahr | § 5 HundVerbrEinfG |
| Ausnahme Dienst und Assistenz | Diensthunde, Blindenhunde, Behindertenbegleithunde, Hunde des Katastrophen- und Rettungsschutzes | § 2 Abs. 1 HundVerbrEinfVO vom 3. April 2002 |
| Ausnahme Rückkehr | Hunde, die nach einer Reise an einen Ort zurückkehren, an dem sie erlaubt gehalten werden | § 2 Abs. 2 HundVerbrEinfVO |
| Ausnahme Besuch | Aufenthalt bis 4 Wochen mit Begleitperson ohne Wohnsitz in Deutschland | § 2 Abs. 3 HundVerbrEinfVO |
Alle gelisteten Rassen nach Bundesland
Die Tabelle zeigt jede Rasse, die in mindestens einer Landesliste steht. 1 bedeutet Liste 1, also die strengere Stufe des Landes. 2 bedeutet Liste 2, eine mildere Stufe mit Vermutung bis zum Gegenbeweis oder Einstufung im Einzelfall.
Was die Stufen genau bedeuten, regelt jedes Land anders. In Baden-Württemberg ist schon Liste 1 widerlegbar, in Bayern und Hamburg wird die Gefährlichkeit dort stets vermutet. Hessen, Berlin, Bremen und vier weitere Länder kennen nur eine Liste.
| Rasse | BW | BY | BE | HB | HH | HE | NW | RP | SL | SN | ST | Länder |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| American Staffordshire Terrier | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 11 |
| Pitbull-Terrier | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 11 |
| Bullterrier | 1 | 2 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 9 | ||
| Staffordshire Bullterrier | 2 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 9 | ||
| Dogo Argentino | 2 | 2 | 2 | 1 | 2 | 5 | ||||||
| Bullmastiff | 2 | 2 | 2 | 2 | 4 | |||||||
| Fila Brasileiro | 2 | 2 | 2 | 2 | 4 | |||||||
| Mastiff | 2 | 2 | 2 | 2 | 4 | |||||||
| Mastino Napoletano | 2 | 2 | 2 | 2 | 4 | |||||||
| Mastín Español | 2 | 2 | 2 | 2 | 4 | |||||||
| Rottweiler | 2 | 2 | 1 | 2 | 4 | |||||||
| Tosa Inu | 2 | 1 | 2 | 2 | 4 | |||||||
| American Bulldog | 2 | 1 | 2 | 3 | ||||||||
| Dogue de Bordeaux | 2 | 2 | 2 | 3 | ||||||||
| Alano | 2 | 2 | 2 | |||||||||
| Kangal | 2 | 1 | 2 | |||||||||
| Kaukasischer Owtscharka | 2 | 1 | 2 | |||||||||
| Bandog | 1 | 1 | ||||||||||
| Cane Corso | 2 | 1 | ||||||||||
| Perro de Presa Canario | 2 | 1 | ||||||||||
| Perro de Presa Mallorquín | 2 | 1 |
Quelle: Landesrecht der 16 Länder; eigene Zählung. Liste 1 und Liste 2 zusammen. Rot: Rasse des Bundes-Einfuhrverbots.
Zahlen anzeigen
| Label | Länder |
|---|---|
| American Staffordshire Terrier | 11 |
| Pitbull-Terrier | 11 |
| Bullterrier | 9 |
| Staffordshire Bullterrier | 9 |
| Dogo Argentino | 5 |
| Bullmastiff | 4 |
| Fila Brasileiro | 4 |
| Mastiff | 4 |
| Mastino Napoletano | 4 |
| Mastín Español | 4 |
| Rottweiler | 4 |
| Tosa Inu | 4 |
| American Bulldog | 3 |
| Dogue de Bordeaux | 3 |
| Alano | 2 |
| Kangal | 2 |
| Kaukasischer Owtscharka | 2 |
| Bandog | 1 |
| Cane Corso | 1 |
| Perro de Presa Canario | 1 |
| Perro de Presa Mallorquín | 1 |
Diagramm einbetten
Sieben der 21 Rassen stehen nur in einem oder zwei Ländern. Bandog, Cane Corso, Perro de Presa Canario und Perro de Presa Mallorquín führt allein Bayern. Kangal und Kaukasischer Owtscharka stehen nur in Hamburg und Hessen.
Liste 1 und Liste 2: Die zwei Stufen im Vergleich
Vier Länder arbeiten mit zwei Stufen: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Zusammen listen sie 16 Rassen in Liste 1 und 44 in Liste 2. Gemeint sind Einträge, eine Rasse kann in mehreren Ländern stehen.
Der Rottweiler zeigt die Unterschiede. In Hessen steht er in der einzigen Liste, in Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen in Liste 2. In den übrigen zwölf Ländern gilt er nicht als Listenhund.
Mischlinge sind meist mit erfasst. Die meisten Regelungen nennen ausdrücklich Kreuzungen der Rassen untereinander oder mit anderen Hunden. Sachsen erfasst nur Kreuzungen der drei Rassen untereinander, die saarländische Verordnung nennt keine Kreuzungen.
Quelle: Landesrecht; eigene Zählung. Länder mit nur einer Liste sind vollständig als Liste 1 gezählt.
Zahlen anzeigen
| Label | Liste 1 | Liste 2 |
|---|---|---|
| Bayern | 5 | 14 |
| Hamburg | 4 | 11 |
| Nordrhein-Westfalen | 4 | 10 |
| Baden-Württemberg | 3 | 9 |
| Hessen | 9 | 0 |
| Bremen | 4 | 0 |
| Sachsen-Anhalt | 4 | 0 |
| Berlin | 3 | 0 |
| Rheinland-Pfalz | 3 | 0 |
| Saarland | 3 | 0 |
| Sachsen | 3 | 0 |
Diagramm einbetten
| Land | Regelung | Datum | Fundstelle | Liste 1 | Liste 2 | Wirkung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher Hunde | 3. August 2000 | GBl. 2000 S. 574, zuletzt geändert 3. Februar 2021 | 3 | 9 | Liste 1: Kampfhund vermutet, durch Prüfung widerlegbar. Liste 2: Kampfhund im Einzelfall bei Anhaltspunkten. |
| Bayern | Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit | 10. Juli 1992 | GVBl. S. 268, geändert 4. September 2002 | 5 | 14 | Liste 1: Kampfhund stets vermutet. Liste 2: vermutet, bis die Behörde vom Gegenteil überzeugt ist. |
| Berlin | Gefährliche-Hunde-Verordnung (GefHuVO) | 22. August 2016 | GVBl. 2016 S. 543 | 3 | 0 | Gelten als gefährlich; Begutachtung kann klären, dass keine solche Rasse oder Kreuzung vorliegt. |
| Brandenburg | Hundehalteverordnung (HundehV) | 24. Juni 2024 | GVBl. II/24 Nr. 42, in Kraft 1. Juli 2024 | 0 | 0 | Keine Rasseliste mehr. Hunde, die nur wegen ihrer Rasse als gefährlich galten, gelten seit 1. Juli 2024 nicht mehr als gefährlich. |
| Bremen | Bremisches Gesetz über das Halten von Hunden (BremHundeG) | 24. Juni 2025 | Brem.GBl. 2025 S. 598, in Kraft 10. Juli 2025 | 4 | 0 | Gelten als gefährlich; Halten verboten, außer mit Ausnahmeerlaubnis; Zucht und Handel verboten. |
| Hamburg | Hamburgisches Hundegesetz (HundeG) | 26. Januar 2006 | HmbGVBl. 2006 S. 37, zuletzt geändert 24. Juni 2026 | 4 | 11 | Liste 1: Gefährlichkeit stets vermutet. Liste 2: vermutet, bis für den einzelnen Hund das Gegenteil nachgewiesen ist. |
| Hessen | Hundeverordnung (HundeVO) | 22. Januar 2003 | GVBl. I 2003 S. 54, zuletzt geändert 30. November 2022 | 9 | 0 | Gefährlichkeit vermutet; Erlaubnispflicht; positive Wesensprüfung befreit von der Leinenpflicht. |
| Mecklenburg-Vorpommern | Hundehalterverordnung (HundehVO M-V) | 11. Juli 2022 | GVOBl. M-V 2022 S. 441, gültig ab 23. Juli 2022 | 0 | 0 | Keine Rasseliste mehr. Hunde, für die nach der Verordnung von 2000 eine Gefährlichkeit vermutet wurde, gelten weiter als gefährlich, außer mit Bescheinigung. |
| Niedersachsen | Niedersächsisches Gesetz über das Halten von Hunden (NHundG) | 26. Mai 2011 | Nds. GVBl. S. 130, zuletzt geändert 22. September 2022 | 0 | 0 | Keine Rasseliste. Gefährlich ist nur ein Hund, dessen Gefährlichkeit die Behörde nach seinem Verhalten feststellt. |
| Nordrhein-Westfalen | Landeshundegesetz (LHundG NRW) | 18. Dezember 2002 | GV. NRW. 2002 S. 656, Fassung ab 27. September 2016 | 4 | 10 | Liste 1 (§ 3): gefährliche Hunde. Liste 2 (§ 10): Hunde bestimmter Rassen mit weitgehend gleichen Pflichten. |
| Rheinland-Pfalz | Landesgesetz über gefährliche Hunde (LHundG) | 22. Dezember 2004 | GVBl. 2004 S. 576 | 3 | 0 | Gelten als gefährlich; Haftpflicht, Chip, Leine und Maulkorb vorgeschrieben. |
| Saarland | Polizeiverordnung über den Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden (HuV SL) | 15. Dezember 2022 | Amtsblatt I 2022 S. 1493, gültig ab 23. Dezember 2022 | 3 | 0 | Erlaubnispflicht, solange kein bestandener Wesenstest vorliegt; Test alle drei Jahre zu erneuern. |
| Sachsen | Durchführungsverordnung zum Gesetz zum Schutze der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden (DVOGefHundG) | 1. November 2000 | SächsGVBl. S. 467, geändert 10. April 2003 | 3 | 0 | Gefährlichkeit vermutet, durch Gutachten widerlegbar; Welpen bis sechs Monate ausgenommen. |
| Sachsen-Anhalt | Hundegesetz (HundeG LSA) | 23. Januar 2009 | GVBl. LSA 2009 S. 22, zuletzt geändert 27. Oktober 2015 | 4 | 0 | Gefährlichkeit vermutet für die vier Rassen des Bundes-Einfuhrverbots; Rasse nach dem Erscheinungsbild. |
| Schleswig-Holstein | Gesetz über das Halten von Hunden (HundeG) | 26. Juni 2015 | GVOBl. 2015 S. 193, in Kraft 1. Januar 2016 | 0 | 0 | Keine Rasseliste. Gefährlich ist nur ein Hund, den die Behörde nach Vorfällen einstuft. |
| Thüringen | Thüringer Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren (ThürTierGefG) | 22. Juni 2011 | GVBl. 2011 S. 93, § 3 in der Fassung ab 21. Februar 2018 | 0 | 0 | Keine Rasseliste. Gefährlich ist nur ein Hund, den die Behörde nach Wesenstest im Einzelfall einstuft. |
Fünf Länder ohne Rasseliste
Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen stufen Hunde nur nach ihrem Verhalten ein. Ausschlaggebend ist etwa ein Biss, gefährliches Anspringen oder das Hetzen von Tieren. Die Behörde prüft dann den einzelnen Hund.
Zwei Länder haben ihre Liste erst vor Kurzem gestrichen. Mecklenburg-Vorpommern verzichtet seit dem 23. Juli 2022 auf eine Rasseliste. Hunde, für die nach der alten Verordnung von 2000 eine Gefährlichkeit vermutet wurde, gelten dort aber weiter als gefährlich, solange keine Bescheinigung vorliegt.
Brandenburg folgte am 1. Juli 2024. Nach § 17 der neuen Hundehalteverordnung gelten Hunde, die bis dahin nur wegen ihrer Rasse als gefährlich eingestuft waren, ab diesem Tag als nicht mehr gefährlich. Die Verordnung tritt am 1. Juli 2034 außer Kraft.

| Land | Regelung | Seit | Wie Hunde als gefährlich gelten |
|---|---|---|---|
| Brandenburg | Hundehalteverordnung vom 24. Juni 2024 | 1. Juli 2024 | Feststellung durch die örtliche Ordnungsbehörde nach Verhalten |
| Mecklenburg-Vorpommern | Hundehalterverordnung vom 11. Juli 2022 | 23. Juli 2022 | Feststellung nach Verhalten; alte Rassevermutung gilt für Bestandshunde fort |
| Niedersachsen | Niedersächsisches Hundegesetz vom 26. Mai 2011 | gültige Fassung | Feststellung durch die Fachbehörde nach Hinweisen auf gefährliches Verhalten |
| Schleswig-Holstein | Hundegesetz vom 26. Juni 2015 | 1. Januar 2016 | Feststellung nach Biss, Anspringen oder Hetzen von Tieren |
| Thüringen | Tiergefahrengesetz vom 22. Juni 2011 | § 3 in der Fassung vom 21. Februar 2018 | Feststellung im Einzelfall nach einem Wesenstest |
Für Halter heißt das nicht, dass die Rasse dort keine Rolle spielt. Das Einfuhrverbot des Bundes gilt in allen 16 Ländern. Wer mit einem Listenhund in ein Land mit Liste zieht, unterliegt dort den Regeln dieses Landes.
Was für Halter bei Umzug und Reise gilt
Maßgeblich ist das Recht des Landes, in dem der Hund lebt oder sich gerade aufhält. Ein American Staffordshire Terrier, der in Niedersachsen ohne Auflagen lebt, gilt in Nordrhein-Westfalen als gefährlicher Hund. Dort braucht der Halter eine Erlaubnis, Sachkunde und eine Haftpflichtversicherung über 500.000 € für Personenschäden.
Für Durchreise und Urlaub haben mehrere Länder Sonderregeln. Baden-Württemberg verlangt auch von Urlaubern Leine und Maulkorb für Kampfhunde. Bremen erlaubt Hunde seiner Rasseliste nur bei vorübergehendem Aufenthalt, etwa auf der Durchreise oder für höchstens einen Tag, und verlangt eine vorherige Anzeige.
Wer neu einen Hund einer gelisteten Rasse anschafft, sollte vorher die Regeln am Wohnort prüfen. In Bremen ist das Halten der vier Listenrassen ohne Ausnahmeerlaubnis verboten, nach dem Hundegesetz von 2025 wie schon nach dem Gesetz von 2001. In Bayern ist für Kampfhunde eine Erlaubnis der Gemeinde nötig, Verstöße kosten bis zu 10.000 €.
- Baden-Württemberg: Leine für Listenrassen ab sechs Monaten, Maulkorb für Kampfhunde, Zuchtverbot.
- Bayern: Erlaubnis der Gemeinde nötig, berechtigtes Interesse muss nachgewiesen werden.
- Berlin: Anzeigepflicht, Maulkorb ab dem siebten Lebensmonat, Leine von höchstens zwei Metern, Zucht verboten, Abgabe nur über Tierheime.
- Bremen: Halten nur mit Ausnahmeerlaubnis, Zucht und Handel verboten.
- Nordrhein-Westfalen: Erlaubnis, Haftpflicht 500.000 € und 250.000 €, Leine und Maulkorb außerhalb des Grundstücks.
- Rheinland-Pfalz: Haftpflicht 500.000 € und 250.000 €, Chip, Leine und Maulkorb.
- Saarland: Wesenstest alle drei Jahre, sonst Erlaubnispflicht mit Haftpflicht über 1 Mio. €.
Was Rasselisten aussagen und was nicht
Rasselisten beruhen auf einer Vermutung des Gesetzgebers, nicht auf einer bundesweiten Beißstatistik. Die Listen der Länder unterscheiden sich stark, obwohl es um dieselben Rassen geht. Bayern zählt 19 Rassen, Berlin drei.
Wo Daten vorliegen, ist das Bild gemischt. In Nordrhein-Westfalen lagen die Listenhunde 2025 mit 3,7 und 4,2 Beißvorfällen je 1.000 Hunde über dem Durchschnitt von 1,4. Mehr dazu in unserer Auswertung der Beißstatistiken. Die meisten Vorfälle gingen dort aber auf große Hunde ohne Listenstatus zurück.
Die Abkehr von Listen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern folgt diesem Gedanken. Beide Länder setzen nun auf die Einstufung des einzelnen Hundes nach seinem Verhalten.
Häufige Fragen
Welche Hunde sind Listenhunde?
Listenhunde sind Rassen, deren Gefährlichkeit ein Bundesland per Gesetz oder Verordnung vermutet. Pitbull-Terrier und American Staffordshire Terrier stehen in allen elf Ländern mit Liste. Je nach Land kommen bis zu 17 weitere Rassen hinzu, in Bayern insgesamt 19.
Welche Bundesländer haben keine Rasseliste?
Im Oktober 2026 haben Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen keine Rasseliste. Brandenburg hat seine Liste am 1. Juli 2024 abgeschafft, Mecklenburg-Vorpommern am 23. Juli 2022.
Ist der Rottweiler ein Listenhund?
In vier Ländern ja: In Hessen steht er auf der einzigen Liste, in Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen auf Liste 2. In den übrigen zwölf Bundesländern gilt der Rottweiler nicht allein wegen seiner Rasse als gefährlich.
Welches Bundesland hat die längste Rasseliste?
Bayern mit 19 Rassen: fünf in Kategorie 1 und 14 in Kategorie 2. Es folgen Hamburg mit 15, Nordrhein-Westfalen mit 14 und Baden-Württemberg mit 12 Rassen.
Darf man einen Pitbull nach Deutschland einführen?
Nein. Das Bundesgesetz vom 12. April 2001 verbietet die Einfuhr von Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier und ihren Kreuzungen. Ausnahmen gibt es für Diensthunde, Assistenzhunde, Rückkehrer und Besuche bis vier Wochen.
Ist der Staffordshire Bullterrier in Berlin ein Listenhund?
Nein. Die Berliner Verordnung vom 22. August 2016 nennt nur Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier und deren Kreuzungen. Auch in Sachsen steht der Staffordshire Bullterrier nicht auf der Liste.
Was gilt für Listenhunde im Urlaub in einem anderen Bundesland?
Es gilt das Recht des Landes, in dem sich der Hund aufhält. Baden-Württemberg verlangt auch von Urlaubern Leine und Maulkorb für Kampfhunde. Bremen erlaubt seine Listenrassen nur kurz auf der Durchreise und nach vorheriger Anzeige.
Gelten Mischlinge als Listenhunde?
Meist ja. Die meisten Landesregeln erfassen Kreuzungen der gelisteten Rassen untereinander oder mit anderen Hunden. Oft entscheidet das Erscheinungsbild, in Zweifelsfällen muss der Halter nachweisen, dass keine Kreuzung vorliegt.
Methodik und Einschränkungen
Wir haben für alle 16 Länder die geltende Regelung in den amtlichen Rechtsportalen geöffnet, Stand 10. Oktober 2026. Dazu gehören die juris-Portale der Länder, gesetze-bayern.de, recht.nrw.de, bravors.brandenburg.de, revosax.sachsen.de und das Transparenzportal Bremen. Für Niedersachsen nutzen wir das amtliche Vorschrifteninformationssystem NI-VORIS.
Als gelistet zählen wir jede Rasse, die eine Landesregelung namentlich nennt und bei der allein die Rasse Pflichten auslöst. Liste 1 ist die strengere Stufe eines Landes, Liste 2 die mildere. Länder mit nur einer Liste zählen wir vollständig als Liste 1. Gleiche Rassen mit unterschiedlicher Schreibweise haben wir zusammengefasst, etwa Pit-Bull, Pitbull-Terrier und American Pit Bull Terrier.
Die Zahlen zu Beißvorfällen in Nordrhein-Westfalen stammen aus dem Bericht des Landesministeriums zur Hundestatistik 2023 bis 2025.
Quellen
- Bundesamt für Justiz: Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz vom 12. April 2001, Einfuhrverbot für vier Rassen, Strafrahmen
- Bayern: Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit vom 10. Juli 1992, Bayerische Liste mit 19 Rassen
- Brandenburg: Hundehalteverordnung vom 24. Juni 2024, Abschaffung der Rasseliste zum 1. Juli 2024
- Außerdem herangezogen: Hundeverbringungs- und -einfuhrverordnung vom 3. April 2002, Baden-Württemberg: Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher Hunde vom 3. August 2000, Berlin: Gefährliche-Hunde-Verordnung vom 22. August 2016, Bremen: Bremisches Gesetz über das Halten von Hunden vom 24. Juni 2025, Hamburg: Hundegesetz vom 26. Januar 2006, Hessen: Hundeverordnung vom 22. Januar 2003, Mecklenburg-Vorpommern: Hundehalterverordnung vom 11. Juli 2022, Niedersachsen (NI-VORIS): Niedersächsisches Gesetz über das Halten von Hunden vom 26. Mai 2011, zuletzt geändert 22. September 2022, Nordrhein-Westfalen: Landeshundegesetz vom 18. Dezember 2002, Rheinland-Pfalz: Landesgesetz über gefährliche Hunde vom 22. Dezember 2004, Saarland: Polizeiverordnung über den Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden vom 15. Dezember 2022, Sachsen: Durchführungsverordnung zum Gesetz zum Schutze der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden vom 1. November 2000, Sachsen-Anhalt: Hundegesetz vom 23. Januar 2009, Schleswig-Holstein: Gesetz über das Halten von Hunden vom 26. Juni 2015, Thüringen: Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren vom 22. Juni 2011, MLV NRW: Bericht zur Hundestatistik 2023 bis 2025, Bremische Bürgerschaft: Drucksache 21/999, Gesetzentwurf des Senats zum Bremischen Hundegesetz.
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