Datenreport · Aktualisiert Oktober 2026
Tierheime in Deutschland: Wie voll sie sind, was sie kosten und welche Zahlen es gibt
Dem Deutschen Tierschutzbund sind 550 Tierheime angeschlossen, eine amtliche Bundesstatistik gibt es nicht. In einer Umfrage vom Mai 2024 hatten nur 18 % der Heime noch freie Plätze, 82 % betreuten mehr Tiere als vor 2022. In Berlin kamen 2024 laut Senat 3.481 Fund-, Verwahr- und sichergestellte Tiere ins Tierheim.

Wichtigste Ergebnisse
- Die Bundesregierung hat nach eigener Aussage keine Zahlen zu Tierheimen oder den dort lebenden Tieren (Drucksache 20/10362, Februar 2024).
- Dem Deutschen Tierschutzbund gehören 740 Tierschutzvereine mit 550 eigenen Tierheimen und Auffangstationen an.
- Laut Verband nahmen diese Heime 2019 rund 370.000 Tiere pro Jahr auf, darunter knapp 150.000 Katzen und 75.000 Hunde.
- In einer Umfrage vom Mai 2024 meldeten 69 % der Tierheime eine mindestens sehr hohe Auslastung. Nur 18 % hatten noch Platz.
- 97 % der örtlichen Tierschutzvereine kamen 2024 bei Katzen an ihre Kapazitätsgrenze, 72 % nahmen mehr Kätzchen auf als im Vorjahr.
- Fast 80 % der Einrichtungen melden seit der neuen Gebührenordnung für Tierärzte 2022 Mehrkosten von 30 bis 50 % und mehr.
- Berlin meldet für 2024 2.102 Fundtiere, für 2021 waren es 1.443. Beide Werte stammen aus verschiedenen Senatsantworten.
- Berlin gab 2023 für Fundtiere 1.707.288,78 € aus, laut Behörde 56 % der Gesamtkosten.
- Bayern bewilligte 2023 Tierheimen 712.493,66 € Förderung, 153,4 % mehr als 2021.
- Im Bundeshaushalt 2026 stehen keine Mittel für Tierheime, der Tierschutzbund klagt deshalb seit Mai 2026 gegen den Bund.
Wie viele Tierheime gibt es in Deutschland?
Eine amtliche Zahl gibt es nicht. Die Bundesregierung schrieb im Februar 2024, sie habe keine Kenntnisse über die Zahl der Tierheime oder der dort untergebrachten Tiere. Eine bessere Datenlage plant sie nicht und verweist darauf, dass grundsätzlich die Länder für Tierheime zuständig sind.
Die beste verfügbare Zahl liefert der Deutsche Tierschutzbund. Ihm sind 16 Landesverbände und 740 örtliche Tierschutzvereine mit 550 eigenen Tierheimen und Auffangstationen angeschlossen. Daneben gibt es Heime anderer Träger, die in dieser Zahl fehlen.
Der Bundesverband selbst hatte Ende 2025 30.494 Mitglieder. Davon waren 29.754 Einzelpersonen und 740 Vereine und Organisationen.
| Kennzahl | Wert | Stand | Quelle |
|---|---|---|---|
| Angeschlossene Tierschutzvereine | 740 | 2026 | Lobbyregister des Bundestages |
| Vereinseigene Tierheime und Auffangstationen | 550 | 2026 | Lobbyregister des Bundestages |
| Landesverbände | 16 | 2026 | Lobbyregister des Bundestages |
| Mitglieder des Bundesverbands | 30.494 | 31.12.2025 | Lobbyregister des Bundestages |
| Aufgenommene Tiere pro Jahr | rund 370.000 | 2019 | Tierschutzbund, Pressemeldung |
| Amtliche Zahl der Tierheime | keine | Februar 2024 | Bundesregierung, Drucksache 20/10362 |
| Spenden und Zuwendungen an den Bundesverband | 10.650.001 bis 10.660.000 € | 2025 | Lobbyregister des Bundestages |
| Mitgliedsbeiträge an den Bundesverband | 2.470.001 bis 2.480.000 € | 2025 | Lobbyregister des Bundestages |
Der Tierschutzbund nannte schon 2019 mehr als 550 Heime und über 740 Mitgliedsvereine. Die Struktur ist also seit Jahren stabil. Die Spenden- und Beitragszahlen betreffen nur den Bundesverband, nicht die Haushalte der einzelnen Tierheime.
Wie viele Tiere kommen jedes Jahr ins Tierheim?
Nach der letzten bundesweiten Angabe des Tierschutzbundes nehmen seine Heime rund 370.000 Tiere pro Jahr auf. Darunter sind knapp 150.000 Katzen, 75.000 Hunde und 50.000 Kleinsäuger.
Die Zahl stammt aus einer Pressemeldung vom August 2019. Eine neuere Gesamtzahl haben wir beim Verband nicht gefunden. Rechnerisch bleiben 95.000 Tiere anderer Arten, etwa Vögel, Reptilien und Wildtiere.
Im Schnitt entfallen so rund 673 Aufnahmen im Jahr auf jedes der 550 Heime. Tatsächlich unterscheiden sich die Heime stark, von kleinen Katzenhäusern bis zum Tierheim Berlin.
Quelle: Deutscher Tierschutzbund, Pressemeldung vom 6. August 2019. Gerundete Verbandsangaben. Andere Tierarten von dogeats.in als Differenz berechnet.
Zahlen anzeigen
| Label | Tiere |
|---|---|
| Katzen | knapp 150.000 (40,5 %) |
| andere Tierarten (rechnerisch) | 95.000 (25,7 %) |
| Hunde | 75.000 (20,3 %) |
| Kleinsäuger | 50.000 (13,5 %) |
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Wie viele Hunde es in Deutschland insgesamt gibt, zeigt unser Report zur Hunde-Statistik Deutschland.
Sind die Tierheime voll?
Ja, die meisten. In einer Trendumfrage des Tierschutzbundes vom Mai 2024 meldeten 69 % der Heime eine mindestens sehr hohe Auslastung. Davon seien 49 % voll oder übervoll, schreibt der Verband, ohne die Bezugsgröße klar zu nennen. Nur 18 % hatten noch Platz. Befragt wurden 218 angeschlossene Tierheime.
82 % berichteten, dass sie seit 2022 mehr Tiere betreuen als zuvor. Der Verband sieht darin eine Folge des Haustierbooms in der Corona-Zeit und steigender Kosten. 74 % meldeten mehr kranke Tiere, die schwer zu vermitteln sind und Plätze lange belegen.
Die Folge sind Aufnahmestopps und Wartelisten. Im April 2025 wiederholte der Verband, dass nur 18 % der Heime freie Kapazitäten haben.
Quelle: Deutscher Tierschutzbund, Pressemeldung vom 28. August 2024. Trendumfrage mit Fressnapf, Mai 2024, n = 218. Umfrage, keine amtliche Statistik. Der Wert 49 % steht in der Meldung als „49 Prozent davon“ und bezieht sich womöglich nur auf die 69 % mit sehr hoher Auslastung.
Zahlen anzeigen
| Label | % |
|---|---|
| Auslastung mindestens sehr hoch | 69 % |
| mehr Tiere zu betreuen als vor 2022 | 82 % |
| vermehrt kranke Tiere im Heim | 74 % |
| davon voll oder übervoll | 49 % |
| noch freie Kapazitäten | 18 % |
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- Häufigste Gründe für die Abgabe laut Umfrage: Überforderung, fehlende Zeit, Beißvorfälle mit Hunden und gestiegene Tierarztkosten.
- Zwei von drei Tierheimen sind laut Tierschutzbund (fast) dauerhaft voll oder hatten Aufnahmestopps für einzelne Tierarten (Stand Februar 2024).
- Laut einer Online-Umfrage des Verbands galten 2021 im Schnitt 29,1 % der Tierheimhunde als im Verhalten problematisch.
- Wer ein Tier aussetzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Nach § 18 des Tierschutzgesetzes drohen bis zu 25.000 € Bußgeld, der Tierschutzbund nannte 2025 nur 20.000 €.
- Ein Referentenentwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums sah 2024 eine Anhebung auf 30.000 € vor. Wegen der Neuwahl wurde er laut Berliner Senat nicht umgesetzt.
Katzen bringen die Vereine an ihre Grenzen
Am stärksten belastet sind die Heime bei Katzen. In einer Umfrage vom September 2024 kamen 97 % der örtlichen Tierschutzvereine bei Katzen an ihre Kapazitätsgrenze.
81 % meldeten in den letzten zwölf Monaten mehr Anfragen zur Aufnahme von Katzen, 72 % mussten mehr Kätzchen aufnehmen als im Jahr zuvor. Fast jeder zweite Verein hatte deshalb schon Aufnahmestopps.
Nur 13 % der Kommunen haben eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen eingeführt. Im Handout vom Februar 2024 nennt der Verband etwas mehr als 1.000 der 10.781 Städte und Gemeinden mit Kastrationspflicht, rechnerisch rund 9,3 %. Der Tierschutzbund fordert eine bundesweite Pflicht.
Quellen: Deutscher Tierschutzbund, Pressemeldung vom 10. Oktober 2024 (Umfrage September 2024) und Handout Runder Tisch Tierheime, Februar 2024 (Online-Umfragen zum Katzenschutzreport, Oktober 2022 bis Januar 2023, 726 Vereine). Umfragen.
Zahlen anzeigen
| Label | % |
|---|---|
| an der Kapazitätsgrenze bei Katzen | 97 % |
| mehr Aufnahmeanfragen für Katzen in 12 Monaten | 81 % |
| mehr Kätzchen als im Vorjahr | 72 % |
| direkter Kontakt zu frei lebenden Katzen | 92 % |
| betreuen oder unterstützen Futterstellen | 84 % |
| jährliche Katzenschwemme | 78 % |
| mehr frei lebende Katzen im Einzugsgebiet in 12 Monaten | 53 % |
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Tierarztkosten und Tagessätze: was ein Tier im Heim kostet
Seit dem 22. November 2022 gilt eine neue Gebührenordnung für Tierärzte. Laut Tierschutzbund stiegen die Gebühren 2022 im Schnitt um 22 %. Eine Ultraschalluntersuchung kostet nun 58,92 € statt 42,34 €, ein Plus von 39,2 %.
In einer Online-Umfrage vom November 2025 meldeten fast 80 % der Einrichtungen deutliche bis sehr starke Mehrkosten. Sie beziffern sie auf 30 bis 50 % und mehr. An der Umfrage nahmen laut dpa 501 Einrichtungen teil.
Rund 80 % der Vereine bestätigen, dass mehr Halter um Hilfe bei Tierarztrechnungen bitten. 60 % der Heime nehmen seit der neuen Gebührenordnung mehr Fundtiere auf, die sehr wahrscheinlich ausgesetzt wurden.
| Tierart | Tagessatz brutto | Tagessatz netto | 30 Tage brutto (Rechnung) |
|---|---|---|---|
| Hund | 32,10 € | 30,00 € | 963,00 € |
| Katze | 26,75 € | 25,00 € | 802,50 € |
| Kleintier | 16,05 € | 15,00 € | 481,50 € |
| Kleinsttier | 5,35 € | 5,00 € | 160,50 € |
Quelle: StädteRegion Aachen, Sitzungsvorlage 2024/0398 vom 18. September 2024. Zuzüglich tierärztlicher Behandlung.
Zahlen anzeigen
| Label | € |
|---|---|
| Hund | 32,10 € |
| Katze | 26,75 € |
| Kleintier | 16,05 € |
| Kleinsttier | 5,35 € |
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Ein Hund kostet die StädteRegion im Tierheim Aachen so rechnerisch 963,00 € im Monat, ohne Tierarzt. Der Vertrag erlaubt Erhöhungen um höchstens 10 % pro Jahr. Bis Ende 2024 zahlte die StädteRegion dem Verein stattdessen eine Pauschale von 87.661,00 €. Für beschlagnahmte, illegal gehandelte Hunde und Katzen meldeten Tierheime 2025 im Schnitt 16,07 € pro Tier und Tag. Die Spanne reichte von 9,32 bis 20,62 €, mehr dazu im Report zum illegalen Welpenhandel.
Was einzelne Behandlungen nach der Gebührenordnung kosten, zeigt unser Report zu den Tierarztkosten nach GOT.
Amtliche Zahlen aus Berlin: Fundtiere, Sicherstellungen, Vermittlungen
Das Land Berlin veröffentlicht Zahlen zu den Tieren, die das Amt für regionalisierte Ordnungsaufgaben ins Tierheim bringt. 2024 waren es 2.102 Fundtiere, 911 sichergestellte und 468 verwahrte Tiere. Zusammen sind das 3.481 Tiere.
Katzen sind die größte Gruppe. Sie stellten 2024 55,8 % der Fundtiere. Die Zahl sichergestellter Katzen stieg von 215 auf 420, ein Plus von 95,3 %.
Vermittelt wurden 2024 1.734 dieser Tiere, darunter 261 Hunde und 1.064 Katzen. 2023 waren es 1.716.

Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Antworten des Senats auf die Schriftlichen Anfragen 19/16734 (2018 bis 2022) und 19/21778 (2024). 2023 ausgelassen, weil die beiden Antworten unterschiedliche Werte nennen.
Zahlen anzeigen
| Label | Tiere |
|---|---|
| 2018 | 1.854 |
| 2019 | 1.718 |
| 2020 | 1.548 |
| 2021 | 1.443 |
| 2022 | 1.596 |
| 2024 | 2.102 |
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| Jahr | Hunde | Katzen | Sonstige | gesamt | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| 2024 | 390 | 1.172 | 540 | 2.102 | Drs. 19/21778 |
| 2023 | 385 | 1.102 | 568 | 2.055 | Drs. 19/21778 |
| 2023, nur Januar bis September | 270 | 681 | 373 | 1.324 | Drs. 19/16734 |
| 2022 | 410 | 769 | 417 | 1.596 | Drs. 19/16734 |
| 2021 | 328 | 669 | 446 | 1.443 | Drs. 19/16734 |
| 2020 | 390 | 720 | 438 | 1.548 | Drs. 19/16734 |
| 2019 | 506 | 758 | 454 | 1.718 | Drs. 19/16734 |
| 2018 | 565 | 880 | 409 | 1.854 | Drs. 19/16734 |
| Kategorie | Jahr | Hunde | Katzen | Sonstige | gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Sicherstellungen | 2024 | 234 | 420 | 257 | 911 |
| Sicherstellungen | 2023 | 233 | 215 | 116 | 564 |
| Verwahrungen | 2024 | 170 | 216 | 82 | 468 |
| Verwahrungen | 2023 | 200 | 262 | 91 | 553 |
| Vermittlungen | 2024 | 261 | 1.064 | 409 | 1.734 |
| Vermittlungen | 2023 | 273 | 1.047 | 396 | 1.716 |
Die Fundtiere sanken in Berlin von 1.854 im Jahr 2018 auf 1.443 im Jahr 2021. 2022 stiegen sie wieder um 10,6 % auf 1.596. Der Senat bestätigt den Anstieg ab 2021, kennt aber die Ursachen nicht.
Für 2023 nennen zwei Senatsantworten unterschiedliche Größenordnungen. Bis September 2023 zählte die Behörde 1.324 Fundtiere, die spätere Antwort nennt 2.055 für das ganze Jahr. Ob beide gleich zählen, geht aus den Antworten nicht hervor.
In jedem Jahr von 2018 bis 2022 und auch 2023 bis September wurden im dritten Quartal die meisten Tiere gefunden. Der Senat bringt das mit den Sommerferien in Verbindung.
Wer die Tierheime bezahlt
Tierheime werden meist von Vereinen betrieben. Die Kommunen schließen mit ihnen Fundtierverträge, die laut Tierschutzbund oft nur einen kleinen Teil der Kosten decken. In Berlin flossen 2023 für Fundtiere einschließlich ausgesetzter Tiere 1.707.288,78 €. Das waren laut Behörde 56 % der Gesamtkosten.
2024 lag der Betrag bei 1.600.725,00 €, ein Anteil von 52,5 %. Daraus ergeben sich rechnerisch Gesamtkosten von rund 3,05 Mio. € für 2024, für 2023 ebenfalls rund 3,05 Mio. €. Der Vertrag mit dem Tierschutzverein für Berlin sieht ein Budget von jährlich rund drei Millionen Euro vor.
Der Bund kann laut Bundesregierung nur in Ausnahmelagen helfen. 2021 förderte er einmalig 504 Tierheime und Vereine mit zusammen 3,807 Mio. €, im Schnitt 7.554 € je Empfänger. 2022 bewilligte er für Tiere aus der Ukraine 99 von 113 Anträgen mit rund 1,15 Mio. €.
Quelle: Bayerischer Landtag, Drucksache 19/1809 vom 17. Mai 2024. Wert 2023 mit Stand März 2024.
Zahlen anzeigen
| Label | € |
|---|---|
| 2021 | 281.196,51 € |
| 2022 | 422.654,41 € |
| 2023 | 712.493,66 € |
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| Geber | Jahr | Programm | Betrag | Empfänger oder Anträge |
|---|---|---|---|---|
| Bund (BMUV) | 2021 | Zuschüsse zur Verbesserung der Situation in den Tierheimen | 3,807 Mio. € | 504 Tierheime und Vereine |
| Bund (BMEL) | 2022 | Mehrkosten durch Tiere aus der Ukraine | rund 1,15 Mio. € | 99 von 113 Anträgen bewilligt |
| Bund | 2026 | Bundeshaushalt | keine Mittel | Klage des Tierschutzbundes seit Mai 2026 |
| Bayern | 2021 | Förderrichtlinie Tierheime | 281.196,51 € | 34 Anträge |
| Bayern | 2022 | Förderrichtlinie Tierheime | 422.654,41 € | 40 Anträge |
| Bayern | 2023 | Förderrichtlinie Tierheime | 712.493,66 € | 57 Anträge |
| Berlin | 2018 bis 2025 | Katzenkastration | 50.000 € pro Jahr | Tierheim Berlin |
| Berlin | 2023 | Neubau Katzenquarantäne | 306.894,88 € | Tierheim Berlin |
| Berlin | 2024 | Aufklärungskampagne zu ausgesetzten Tieren | 49.750,00 € | Tierheim Berlin |
In Bayern stieg die Zahl der Anträge von 34 auf 57. Von 2021 bis 2023 bewilligte der Freistaat zusammen 1.416.344,58 €. Die regulären Haushaltsmittel lagen 2023 bei 1,5 Mio. €, dazu kamen einmalig 300.000 €.
Der Tierschutzbund hält 80 Mio. € vom Bund für nötig. Die Summe stammt aus einem Arbeitspapier der Koalitionsverhandler von Union und SPD für die Legislaturperiode. Im Bundeshaushalt 2026 fehlt das Geld. Am 21. Mai 2026 meldete der Verband, er habe Klage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht.
Corona-Haustiere: was die Zahlen zeigen und was nicht
Wie viele Corona-Haustiere wieder abgegeben wurden, misst niemand direkt. Eine Zahl dazu haben wir weder beim Bund noch beim Tierschutzbund gefunden.
Die Umfrage vom Mai 2024 liefert einen indirekten Hinweis. 82 % der Heime betreuen seit 2022 mehr Tiere, der Verband verbindet das mit dem Haustierboom und unüberlegten Käufen.
In der Pandemie selbst litten die Heime vor allem finanziell. 2020 meldeten 56 % sinkende Spenden, weil Feste und Basare ausfielen. 50 % mussten Rücklagen teilweise oder ganz aufbrauchen.
Quellen: Deutscher Tierschutzbund, Pressemeldungen vom 1. Oktober 2020 und 28. August 2024. Umfragen unter angeschlossenen Heimen, unterschiedliche Stichproben.
Zahlen anzeigen
| Label | % |
|---|---|
| Spenden gesunken (2020) | 56 % |
| Rücklagen aufgebraucht (2020) | 50 % |
| mehr Tiere seit 2022 (2024) | 82 % |
| mehr kranke Tiere (2024) | 74 % |
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Auch der Berliner Senat sieht steigende Fundtierzahlen ab 2021, kann den Zusammenhang mit dem Ende der Corona-Maßnahmen aber nicht belegen.
Animal Hoarding und Exoten: Sonderfälle mit vielen Tieren
Ein Teil der Tiere kommt aus Fällen von Animal Hoarding, also dem Horten vieler Tiere ohne ausreichende Versorgung. Von 2012 bis 2021 erfasste der Tierschutzbund 437 Fälle mit 30.567 Tieren. Im Schnitt waren das rund 70 Tiere pro Fall.
Am häufigsten betroffen waren Katzen mit 201 Fällen (45,99 %) und Hunde mit 186 Fällen (42,56 %). In 2021 allein zählte der Verband 68 Fälle. In neun dieser Fälle wurden insgesamt 283 tote Tiere gefunden.
Auch Reptilien stellen Heime vor Probleme. 2016 gaben 73 % der befragten Vereine an, in den fünf Jahren davor Reptilien aufgenommen zu haben. 41 % konnten sie nicht angemessen unterbringen.
| Tierart | Fälle | Anteil an 437 Fällen |
|---|---|---|
| Katzen | 201 | 45,99 % |
| Hunde | 186 | 42,56 % |
| kleine Heimtiere | 134 | 30,66 % |
| Ziervögel | k. A. | 14,64 % |
| Nutztiere inkl. Pferde | k. A. | 12,81 % |
| Wildtiere und Exoten | k. A. | 8,69 % |
Mehrfachnennungen sind möglich, in 36,15 % der Fälle wurde mehr als eine Tierart gehortet. Die Reptilienauffangstation München nahm in fünf Jahren 6.928 Reptilien auf, im Schnitt 1.386 pro Jahr. Laut einer Tierheim-Umfrage des Bundeslandwirtschaftsministeriums von 2016 blieben Schlangen im Schnitt 150 Tage im Heim, andere Reptilien 106 Tage.
Häufige Fragen
Wie viele Tierheime gibt es in Deutschland?
Eine amtliche Zahl gibt es nicht. Dem Deutschen Tierschutzbund sind 740 Tierschutzvereine mit 550 eigenen Tierheimen und Auffangstationen angeschlossen. Heime anderer Träger kommen dazu.
Wie viele Tiere leben in deutschen Tierheimen?
Eine aktuelle Bestandszahl gibt es nicht. Der Tierschutzbund nannte 2019 rund 370.000 Aufnahmen pro Jahr, darunter knapp 150.000 Katzen und 75.000 Hunde. Die Bundesregierung hat nach eigener Aussage keine Daten.
Warum sind die Tierheime so voll?
Laut Tierschutzbund wegen unüberlegter Käufe in der Corona-Zeit, steigender Kosten und mehr kranker Tiere. In einer Umfrage vom Mai 2024 hatten nur 18 % der Heime noch Platz. 82 % betreuen mehr Tiere als vor 2022.
Kann ich mein Tier einfach im Tierheim abgeben?
Nicht immer. Vielen Heimen fehlt laut Tierschutzbund der Platz, oft gibt es Wartezeiten. Der Verband empfiehlt dann eine private Vermittlung in Familie, Freundes- oder Bekanntenkreis.
Was kostet ein Hund im Tierheim pro Tag?
Das hängt vom Vertrag ab. Das Tierheim Aachen berechnet der StädteRegion 2025 brutto 32,10 € pro Hund und Tag, 26,75 € pro Katze, jeweils ohne Tierarzt. Für beschlagnahmte, illegal gehandelte Hunde und Katzen meldeten Heime 2025 im Schnitt 16,07 € pro Tier und Tag.
Wie viele Fundtiere gibt es in Berlin?
Das Land Berlin zählte 2024 2.102 Fundtiere: 390 Hunde, 1.172 Katzen und 540 andere Tiere. Dazu kamen 911 sichergestellte und 468 verwahrte Tiere.
Bekommen Tierheime Geld vom Staat?
Ja, aber meist über Fundtierverträge mit den Kommunen und Programme der Länder. Bayern bewilligte 2023 rund 712.000 €. Der Bund förderte nur 2021 und 2022 einmalig, im Haushalt 2026 stehen keine Mittel.
Ist es strafbar, ein Tier auszusetzen?
Ja. Das Aussetzen ist nach § 3 des Tierschutzgesetzes verboten. Als Ordnungswidrigkeit kostet es nach § 18 bis zu 25.000 € Bußgeld, so auch der Berliner Senat, der Tierschutzbund nennt 20.000 €. Kommt das Tier ernsthaft zu Schaden, ist es laut Tierschutzbund eine Straftat mit bis zu drei Jahren Haft.
Methodik und Einschränkungen
Es gibt keine amtliche Tierheimstatistik in Deutschland. Wir haben deshalb drei Arten von Quellen kombiniert: Angaben und Umfragen des Deutschen Tierschutzbundes, amtliche Antworten von Bundesregierung und Landesregierungen sowie kommunale Dokumente.
Umfragen des Tierschutzbundes sind als Umfragen gekennzeichnet. Sie erfassen nur angeschlossene Heime, die geantwortet haben, und sind nicht repräsentativ für alle Tierheime.
Summen, Veränderungsraten, Anteile, Durchschnitte und Rechenbeispiele hat dogeats.in aus den veröffentlichten Werten berechnet. Die Zahl der anderen Tierarten 2019 ist die Differenz zwischen der Gesamtzahl und den genannten Katzen, Hunden und Kleinsäugern. Die Berliner Gesamtkosten 2023 und 2024 sind aus Betrag und Anteil zurückgerechnet.
Stand der Recherche: 10. Oktober 2026.
Quellen
- Deutscher Bundestag, Drucksache 20/10362: Antwort der Bundesregierung zur Lage der Tierheime (20. Februar 2024), Keine Bundesdaten zu Tierheimen, Förderung 2021 und 2022
- Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/21778: Belegung Tierheim Berlin 2023 bis 2024 (Antwort vom 13. März 2025), Fundtiere, Sicherstellungen, Verwahrungen, Vermittlungen, Förderung, Budget
- Deutscher Tierschutzbund, Pressemeldung vom 28. August 2024: Tierheime sind überfüllt, Trendumfrage Mai 2024, n = 218: 69 %, 49 %, 18 %, 82 %, 74 %
- Außerdem herangezogen: Lobbyregister des Deutschen Bundestages, Eintrag R003945 Deutscher Tierschutzbund (Stand 22. September 2026), Tierschutzgesetz, § 18 Bußgeldvorschriften (Bundesministerium der Justiz), Deutscher Tierschutzbund, Pressemeldung vom 6. August 2019, Deutscher Tierschutzbund, Pressemeldung vom 10. Oktober 2024, Deutscher Tierschutzbund, Pressemeldung vom 7. April 2025, Deutscher Tierschutzbund, Pressemeldung vom 20. April 2026, t-online (dpa), 19. April 2026: Höhere Tierarztkosten belasten Tierheime, Deutscher Tierschutzbund, Pressemeldung vom 1. Oktober 2020, Deutscher Tierschutzbund, Handout Runder Tisch Tierheime (1. Februar 2024), Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/16734 (Antwort vom 5. Oktober 2023), Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/21777 (Antwort vom 13. März 2025), Bayerischer Landtag, Drucksache 19/1809 (17. Mai 2024), StädteRegion Aachen, Sitzungsvorlage 2024/0398 vom 18. September 2024, Brakebusch N, Mihali A: Situation von Animal Hoarding in Deutschland (2012 bis 2021). Deutsches Tierärzteblatt 2022; 70 (12), Deutscher Tierschutzbund, Pressemeldung vom 21. Mai 2026, Deutscher Tierschutzbund, Auswertung Illegaler Heimtierhandel 2025.
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