Datenreport · Aktualisiert Oktober 2026

Hunde im Büro: Was Umfragen 2024 bis 2026 über Bürohunde in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen, und was Arbeitgeber dürfen

Ob ein Hund mit ins Büro darf, entscheidet in Deutschland allein der Arbeitgeber. Die Umfragen dazu widersprechen sich: In einer Censuswide-Umfrage im Auftrag des Tierfutterherstellers Mars nennen 57 % von 1.000 Beschäftigten den Bürohund einen Faktor bei der Arbeitgeberwahl. In der forsa-Umfrage für XING mit 3.418 Beschäftigten ist er für 50 % bei der Bewerbung bedeutungslos. Eine aktuelle Zahl, wie viele deutsche Büros Hunde erlauben, gibt es nicht; in der Schweiz hatten 2024 laut Mars und iVox 35 % der Büros eine Hundepolitik.

Ein hellbrauner Mischlingshund liegt entspannt auf einem grauen Hundebett unter einem Schreibtisch in einem hellen Großraumbüro, zwei Beschäftigte von hinten
Symbolbild. Daten und Diagramme stammen aus den in diesem Report genannten Quellen.
50 %
der Beschäftigten in Deutschland ist ein erlaubter Bürohund bei der Bewerbung egal (forsa für XING, 3.418 Befragte, 2025/26)
57 %
nennen den Bürohund einen Faktor bei der Arbeitgeberwahl (Censuswide für Mars, 1.000 Befragte, 2026)
80 %
meinen, Haustiere sorgen für eine entspanntere Arbeitsatmosphäre (Censuswide für Mars, 2026)
35 %
der Büros in der Schweiz hatten 2024 eine Hundepolitik, 44 % keine Regelung (iVox für Mars)
0
gesetzlicher Anspruch auf einen Bürohund: der Arbeitgeber entscheidet über sein Weisungsrecht, § 106 GewO

Von der dogeats.in-Redaktion · Veröffentlicht 2026-10-16 · Aktualisiert 2026-10-18 · Frei nutzbar mit Quellenangabe (CC BY 4.0)

80 Statistiken · 11 Quellen · 5 Diagramme · 4 Tabellen · jede Zahl an der Quelle geprüft

Wichtigste Ergebnisse

  1. In einer Censuswide-Umfrage im Auftrag von Mars (1.000 Beschäftigte in Deutschland, 31. März bis 15. April 2026) nennen 57 % die Möglichkeit, einen Hund mitzubringen, einen Faktor bei der Arbeitgeberwahl.
  2. In der forsa-Umfrage für XING (3.418 Beschäftigte, Dezember 2025 und Januar 2026) ist der Bürohund für 50 % im Bewerbungsprozess ohne Bedeutung. Unter den genannten Benefits ist das der höchste Wert.
  3. Männern ist der Bürohund häufiger egal als Frauen: 54 % gegenüber 47 % in der forsa-Umfrage für XING.
  4. 80 % der Beschäftigten in Deutschland meinen laut Mars-Umfrage, dass Haustiere für eine entspanntere Arbeitsatmosphäre sorgen; in Österreich sind es 82 %, in der Schweiz 83 %.
  5. 52 % der Befragten in Deutschland finden, dass Firmen mit Haustierregeln die Rückkehr ins Büro stärker unterstützen; in der Schweiz sagen das 61 %.
  6. 34 % der Befragten in Deutschland sagen, ihr Arbeitgeber habe Haustierregeln, nenne sie aber nicht in Stellenanzeigen.
  7. In der Schweiz hatten 2024 laut einer iVox-Umfrage für Mars 35 % der Büros eine Hundepolitik, 44 % keine Regelung, und 21 % der Angestellten wussten es nicht.
  8. Für Deutschland gibt es keine aktuelle Umfrage mit offengelegter Methode, die zeigt, wie viele Büros Hunde erlauben.
  9. Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf entschied am 24. März 2014 (9 Sa 1207/13): Der Arbeitgeber darf einen Hund aus dem Büro verbannen, wenn Kollegen sich vor ihm fürchten, auch wenn andere Hunde bleiben dürfen.

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Wie viele Beschäftigte ihren Hund mit ins Büro nehmen wollen

Für 57 % der Beschäftigten in Deutschland ist die Möglichkeit, einen Hund mitzubringen, ein Faktor bei der Arbeitgeberwahl. Das zeigt eine Censuswide-Umfrage im Auftrag des Tierfutterherstellers Mars unter 1.000 Beschäftigten ab 18 Jahren, Feldzeit 31. März bis 15. April 2026.

Die Hälfte der Befragten, 500 Personen, hielt selbst ein Haustier. Die Umfrage ist also nicht auf Hundehalter beschränkt, aber Mars verkauft Hundefutter und organisiert mit dem Deutschen Tierschutzbund den Aktionstag Kollege Hund. Ein Gewichtungsverfahren oder eine Fehlertoleranz nennt die Pressemitteilung nicht.

Bei den 18 bis 24 Jahre alten Befragten achten 49 % bei der Jobsuche aktiv auf Haustierregeln. Für 41 % dieser Altersgruppe sind solche Regeln wichtiger als erweiterte persönliche Zusatzleistungen, bei den über 55 Jahre alten sind es 33 %.

Ein schwarzer Labrador liegt ruhig auf einem Hundebett neben dem Schreibtisch in einem hellen, modernen Büro
Für 57 % der Beschäftigten in Deutschland ist der Bürohund laut Mars-Umfrage 2026 ein Faktor bei der Jobwahl. Symbolbild. Symbolbild.
Hund im Büro: Zustimmung unter 1.000 Beschäftigten in Deutschland, 2026

Quelle: Censuswide im Auftrag von Mars, 1.000 Beschäftigte ab 18 Jahren in Deutschland, davon 500 mit Haustier, 31.03. bis 15.04.2026. Industrie-Auftrag. Zeile mit 77 %: nur Befragte ohne Haustier.

Zahlen anzeigen
Label%
Haustiere sorgen für entspanntere Atmosphäre80 %
Ohne Haustier: würden sich eher eines anschaffen77 %
Haustierregeln in Stellenanzeigen wichtig67 %
Hund mitbringen ist Faktor bei Arbeitgeberwahl57 %
Infos dazu bei der Jobsuche schwer zu finden55 %
Haustierregeln erleichtern Rückkehr ins Büro52 %
Wichtiger als Rabatte, Fahrradleasing, Snacks38 %
Arbeitgeber hat Regeln, nennt sie nicht in Anzeigen34 %
Wichtiger als Elternzeit oder private Krankenversicherung33 %
Diagramm einbetten

77 % der Befragten ohne Haustier würden sich laut Mars eher eines anschaffen, wenn der Arbeitgeber Haustiere erlaubt. Ob sie das tatsächlich tun, misst die Umfrage nicht. Wie viele Hunde in Deutschland leben und wie viele Haushalte einen halten, steht in unserer Hundestatistik Deutschland. Was ein Hund im Jahr kostet, zeigt der Report Kosten für einen Hund.

Der Bürohund als Benefit: für die Hälfte unwichtig

Für die Hälfte der Beschäftigten nicht: 50 % sagen in der XING Wechselwilligkeitsstudie 2026, die Erlaubnis, Hunde mit ins Büro zu bringen, hätte für sie im Bewerbungsprozess keine Bedeutung. Unter den Benefits, die XING in der Mitteilung nennt, ist das der höchste Anteil.

Die Studie ist eine forsa-Online-Umfrage im Auftrag des Jobportals XING unter 3.418 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland, erhoben im Dezember 2025 und Januar 2026. XING verkauft keinen Tierbedarf, und die Studie wird seit 2012 erhoben.

Männern ist der Bürohund häufiger egal als Frauen, 54 % gegenüber 47 %. Ortsunabhängiges Arbeiten nennen dagegen nur 14 % unwichtig, die Vier-Tage-Woche 15 %. Nur 7 % der Befragten finden alle genannten Zusatzleistungen wichtig.

Anteil der Beschäftigten, denen ein Benefit bei der Bewerbung unwichtig ist, Deutschland 2025/26

Quelle: XING Wechselwilligkeitsstudie 2026, forsa-Online-Umfrage im Auftrag von XING, 3.418 Beschäftigte, Dezember 2025 und Januar 2026.

Zahlen anzeigen
Label%
Hunde im Büro erlaubt50 %
Jobsharing43 %
Workation39 %
Unterstützung bei Kinderbetreuung33 %
Sabbatical23 %
Gehaltstransparenz16 %
Vier-Tage-Woche bei gleicher Arbeitszeit15 %
Ortsunabhängiges Arbeiten14 %
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Unwichtige Job-Benefits nach Geschlecht und Generation, XING Wechselwilligkeitsstudie 2026
BenefitGruppeAnteil unwichtig
Hunde im Büro erlaubtalle Befragten50 %
Hunde im Büro erlaubtMänner54 %
Hunde im Büro erlaubtFrauen47 %
Unterstützung bei KinderbetreuungMänner30 %
Unterstützung bei KinderbetreuungFrauen37 %
Unterstützung bei KinderbetreuungGeneration Z und Millennialsje 29 %
Unterstützung bei KinderbetreuungGeneration X40 %
JobsharingGeneration Z56 %
JobsharingBabyboomer38 %
WorkationBabyboomer46 %
WorkationGeneration Z30 %
Mars fragt, ob der Hund ein Faktor ist. forsa fragt für XING, ob er unwichtig ist. Beide Ergebnisse passen zusammen: Für etwa die Hälfte zählt der Bürohund, für die andere Hälfte nicht. Wer keinen Hund hat, braucht diesen Benefit nicht.

Wie viele Büros erlauben Hunde?

Für Deutschland gibt es dazu keine aktuelle Umfrage mit offengelegter Stichprobe, Methode und Feldzeit. Die beste Zahl im deutschsprachigen Raum kommt aus der Schweiz. Dort hatten 2024 laut einer iVox-Umfrage im Auftrag von Mars 35 % der Büros eine Hundepolitik und 44 % keine Regelung. 21 % der Angestellten wussten nicht, ob Hunde erlaubt sind.

Befragt wurden Anfang Mai 2024 1.000 Arbeitnehmende in der Schweiz. 80 % der Hundehalter, die ihren Hund nicht mitbringen dürfen, würden es tun, wenn sie könnten. Wer eine Erlaubnis hat, lässt den Hund trotzdem oft zu Hause: 25 % nennen als Grund, dass der Partner sich kümmert, je 19 % ein ungeeignetes Arbeitsumfeld oder fehlenden Rückzugsraum.

Mehr Zahlen zu Hunden in der Schweiz und in Österreich stehen in unseren Reports Hunde in der Schweiz und Hunde in Österreich.

Haben Büros in der Schweiz eine Hundepolitik? Antworten von 1.000 Angestellten, Mai 2024
Hundepolitik vorhandenKeine RegelungWeiß nicht

Quelle: Mars Schweiz und Forschungsinstitut iVox, 1.000 Arbeitnehmende in der Schweiz, Anfang Mai 2024. Industrie-Auftrag. Für Deutschland gibt es keine vergleichbare aktuelle Erhebung.

Zahlen anzeigen
LabelHundepolitik vorhandenKeine RegelungWeiß nicht
Büros in der Schweiz354421
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Warum Hunde trotz erlaubter Mitnahme zu Hause bleiben, Schweiz 2024

Quelle: Mars Schweiz und iVox, 1.000 Arbeitnehmende, Anfang Mai 2024. Nur die drei in der Mitteilung genannten Gründe.

Zahlen anzeigen
Label%
Partner kümmert sich zu Hause25 %
Arbeitsumfeld nicht geeignet19 %
Kein Platz, um den Hund abzuschirmen19 %
Diagramm einbetten
Was Angestellte in der Schweiz für Hunde im Büro fordern, Umfrage von Mars und iVox 2024
Forderung oder AussageAnteil der Befragten
Klare Richtlinien sind zwingend nötig52 %
Ausgewiesene hundefreie Zonen45 %
Mehr Einrichtungen für Hunde am Arbeitsplatz37 %
Regelmäßige Reinigungsprotokolle34 %
Spezielle Bereiche zum Spielen und Ruhen26 %
Würde öfter im Büro arbeiten, wenn Hunde erlaubt wären30 %
Hundefreundliches Büro beeinflusst die Jobwahl positiv45 %
Hundefreundliches Büro steigert die Attraktivität des Arbeitgebers58 %
Hundefreundliches Büro stärkt die Loyalität53 %

Damit Bürohunde für alle funktionieren, hielten 52 % der Befragten in der Schweiz klare Richtlinien für zwingend. 45 % wünschten sich hundefreie Zonen, 37 % mehr Einrichtungen für Hunde und 34 % regelmäßige Reinigung. 30 % würden nach eigener Aussage öfter im Büro arbeiten, wenn Hunde erlaubt wären.

Reduzieren Hunde im Büro Stress?

Die Befragten glauben es: In der Schweiz waren 2024 sieben von zehn Arbeitnehmenden überzeugt, dass ein Hund den Stresspegel im Büro senkt, bei Hundehaltern 80 %. Gemessen wurde Stress in keiner dieser Umfragen, es sind Selbsteinschätzungen.

68 % sahen einen positiven Einfluss auf die Büroatmosphäre, 66 % auf die Zufriedenheit und 65 % auf die Work-Life-Balance. Drei von vier Befragten sagten, ein Hund im Büro führe zu besseren Pausen; bei Hundehaltern waren es 93 %.

Die Mars-Umfrage 2026 bestätigt die Richtung für alle drei Länder. 80 % in Deutschland, 82 % in Österreich und 83 % in der Schweiz verbinden Haustiere im Büro mit einer entspannteren Atmosphäre. In der Schweiz sagen 86 %, haustierfreundliche Arbeitsumfelder förderten regelmäßige Pausen.

Ein Beagle sitzt auf einem runden grauen Hundebett neben einem Bürostuhl, im Hintergrund drei Kollegen von hinten am Fenster
Sieben von zehn Befragten in der Schweiz glaubten 2024, ein Bürohund senke den Stress. Gemessen wurde das nicht. Symbolbild. Symbolbild.
Was Angestellte in der Schweiz einem Hund im Büro zutrauen, Mai 2024

Quelle: Mars Schweiz und iVox, 1.000 Arbeitnehmende in der Schweiz, Anfang Mai 2024. Selbsteinschätzung, keine Messung. Pausen und Stress in der Mitteilung als drei von vier und sieben von zehn angegeben.

Zahlen anzeigen
Label%
Bessere Pausen3 von 4
Weniger Stress7 von 10
Bessere Büroatmosphäre68 %
Mehr Zufriedenheit66 %
Bessere Work-Life-Balance65 %
Mehr Austausch unter Kollegen63 %
Mehr Wohlbefinden63 %
Diagramm einbetten

Zum Vergleich: 70 % der Befragten in der Schweiz sagten 2024, die Arbeit im Büro erhöhe ihren Stress. Am häufigsten nannten sie das Pendeln (39 %), Unterbrechungen (38 %), Lärm (29 %) und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (29 %). Studien, die Stress bei Beschäftigten in deutschen Büros mit und ohne Hund messen, haben wir nicht gefunden.

Deutschland, Österreich und die Schweiz im Vergleich

Die Schweizer sind am stärksten für Haustiere im Büro: 64 % würden laut Mars-Umfrage 2026 einen Stellenwechsel erwägen, wenn Haustiere erlaubt wären, in Österreich 57 %. In Deutschland nennen 57 % die Erlaubnis einen Faktor bei der Arbeitgeberwahl.

Alle drei Länderwerte stammen aus derselben Censuswide-Umfrage im Auftrag von Mars mit je 1.000 Beschäftigten, Feldzeit 31. März bis 15. April 2026. Die Mitteilungen formulieren die Fragen leicht unterschiedlich, deshalb sind die Werte nur grob vergleichbar.

Auch bei den Jüngeren unterscheiden sich die Länder. In Österreich achten 45 % der 18 bis 24 Jahre alten Befragten bei der Jobsuche aktiv auf Haustierregeln, in Deutschland 49 % und in der Schweiz 39 %. In der Schweiz liegt der Wert bei den 25 bis 34 Jahre alten mit 46 % am höchsten.

Europaweit kommt der Pet Friendly Advantage 2026 Workplace Report von Mars mit mehr als 16.000 Beschäftigten in 16 Märkten auf ähnliche Werte. 55 % würden demnach einen Jobwechsel erwägen und 81 % sehen eine entspanntere Atmosphäre, wie das Fachportal People Matters berichtet.

Haustiere im Büro: Antworten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, je 1.000 Beschäftigte, 2026
AussageDeutschlandÖsterreichSchweiz
Faktor bei Arbeitgeberwahl oder Grund für Jobwechsel57 %57 %64 %
Haustiere sorgen für entspanntere Atmosphäre80 %82 %83 %
Wichtiger als persönliche Vorteile wie Rabatte oder Snacks38 %36 %48 %
Wichtiger als Elternzeit oder private Krankenversicherung33 %35 %41 %
Firmen mit Haustierregeln erleichtern Rückkehr ins Büro52 %51 %61 %
Regel zeigt, dass Wohlbefinden wichtig ist34 %37 %46 %
Infos in Stellenanzeigen gewünscht67 %72 %75 %
Infos bei der Jobsuche schwer zu finden55 %55 %66 %
Arbeitgeber hat Regel, nennt sie nicht in Anzeigen34 %36 %39 %

Darf der Arbeitgeber den Hund im Büro verbieten?

Ja. Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Bürohund gibt es nicht. Der Arbeitgeber bestimmt nach § 106 Gewerbeordnung auch die Ordnung und das Verhalten der Beschäftigten im Betrieb, und dazu gehört die Frage, ob Hunde mitkommen dürfen.

Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf hat das am 24. März 2014 bestätigt (Az. 9 Sa 1207/13). Eine Assistentin einer Werbeagentur hatte ihre Hündin seit 2009 mit ins Büro gebracht. Laut Arbeitgeber fürchteten sich Kollegen, weil die Hündin knurrte und die Zähne fletschte, der Arbeitgeber verbot den Hund ab dem 1. Dezember 2012. Die Klage dagegen scheiterte schon vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf (4. September 2013, Az. 8 Ca 7883/12), die Berufung ebenfalls. Die Revision ließ das Gericht nicht zu.

Der Kern der Leitsätze: Auch wenn andere Beschäftigte ihre Hunde mitbringen dürfen, kann ein einzelner Hund verboten werden, wenn er die Abläufe stört. Das ist jedenfalls dann so, wenn sich Kollegen vor ihm fürchten. Auf die objektive Gefährlichkeit des Hundes kommt es nicht an. Wie oft Hunde in Deutschland Menschen verletzen, zeigt unser Report zu Beißvorfällen.

  • Kein Anspruch: Ohne Erlaubnis des Arbeitgebers bleibt der Hund zu Hause.
  • Erlaubnis schriftlich festhalten, am besten mit Regeln zu Rückzugsort, Hygiene und Haftung.
  • Gleichbehandlung schützt nicht: Ein einzelner störender Hund darf verboten werden, auch wenn andere bleiben.
  • Angst von Kollegen genügt als Grund, eine konkrete Gefahr muss nicht bewiesen werden.
  • Betriebsrat: Bei Fragen der Ordnung des Betriebs bestimmt er nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 Betriebsverfassungsgesetz mit. Eine Betriebsvereinbarung kann Hunde im Büro regeln und begrenzt das Weisungsrecht nach § 106 GewO.

Worauf Halter im Büroalltag achten sollten

Die größten Risiken im Büroalltag liegen auf dem Schreibtisch. Schokolade enthält Theobromin und Koffein, laut MSD Veterinary Manual die giftigen Stoffe; Details stehen in unseren Seiten zu Schokolade und Koffein.

Zuckerfreie Kaugummis und Bonbons enthalten oft Xylit. Xylit kann bei Hunden laut MSD Veterinary Manual eine Unterzuckerung und in größeren Mengen schwere Leberschäden auslösen. Mehr dazu auf unserer Seite zu Xylit. Ob die Brezel vom Bäcker in Ordnung ist, steht unter Brezel.

Im Sommer wird der Arbeitsweg zum Problem, wenn der Hund im Auto wartet oder über heißen Asphalt läuft. Wie viele Hitzetage es in Deutschland gibt, zeigt der Report Hitzetage und Hunde.

Ein Jack Russell Terrier schläft zusammengerollt in einem beigen Hundebett neben einem schwarzen Bürostuhl, daneben ein Wassernapf
Ein fester Ruheplatz und Wasser gehören zu jeder Bürohund-Regel. Symbolbild. Symbolbild.
Gesundheitshinweis: Wenn ein Hund Schokolade, Kaffee oder zuckerfreien Kaugummi gefressen hat, sofort eine Tierarztpraxis oder einen tierärztlichen Notdienst anrufen und die Verpackung mitnehmen.

Diese Umfragen zu Hunden am Arbeitsplatz gibt es

Wir haben fünf Umfragen gefunden, die Stichprobe, Auftraggeber und Feldzeit offenlegen. Vier davon gab der Tierfutterhersteller Mars in Auftrag, wobei wir die drei Länderteile der Studie 2026 einzeln zählen. Eine stammt vom Jobportal XING. Unabhängige, repräsentative Erhebungen von Behörden oder Hochschulen zu Bürohunden in Deutschland gibt es nach unserer Recherche nicht.

Umfragen ohne offengelegte Feldzeit oder Methode haben wir nicht verwendet. Dazu gehören Zahlen eines Versicherers aus 2026, eines Branchenverbands aus 2023 und eines Tierbedarfshändlers aus 2020.

Umfragen zu Hunden im Büro mit offengelegter Stichprobe, 2024 bis 2026
AuftraggeberInstitutLandBefragteFeldzeitKernergebnis
XING (Jobportal)forsa, onlineDeutschland3.418Dez. 2025 und Jan. 202650 % ist der Bürohund bei der Bewerbung unwichtig
Mars (Tierfutter)CensuswideDeutschland1.00031.03. bis 15.04.202657 % sehen ihn als Faktor bei der Arbeitgeberwahl
Mars (Tierfutter)CensuswideÖsterreich1.00031.03. bis 15.04.202657 % würden für ihn den Arbeitgeber wechseln
Mars (Tierfutter)CensuswideSchweiz1.00031.03. bis 15.04.202664 % würden einen Stellenwechsel erwägen
Mars Schweiz (Tierfutter)iVoxSchweiz1.000Anfang Mai 202435 % der Büros haben eine Hundepolitik

Weitere Daten zu Hunden in Deutschland: die beliebtesten Hunderassen und die Lage in den Tierheimen.

Häufige Fragen

Darf ich meinen Hund mit ins Büro nehmen?

Nur mit Erlaubnis des Arbeitgebers. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Der Arbeitgeber regelt nach § 106 Gewerbeordnung auch die Ordnung im Betrieb und darf Hunde erlauben, verbieten oder eine Erlaubnis aus sachlichen Gründen zurücknehmen.

Kann der Arbeitgeber einen Bürohund wieder verbieten?

Ja. Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf bestätigte am 24. März 2014 (9 Sa 1207/13) das Verbot für eine Hündin, die seit 2009 mit ins Büro kam. Es reichte, dass sich Kollegen vor dem Hund fürchteten, auch wenn andere Hunde bleiben durften.

Wie viele Arbeitnehmer wollen einen Hund im Büro?

In einer Censuswide-Umfrage für Mars mit 1.000 Beschäftigten in Deutschland (2026) nennen 57 % den Bürohund einen Faktor bei der Arbeitgeberwahl. In der forsa-Umfrage für XING mit 3.418 Beschäftigten ist er dagegen für 50 % bei der Bewerbung unwichtig.

Wie viele Firmen erlauben Hunde im Büro?

Für Deutschland gibt es keine aktuelle Erhebung mit offengelegter Methode. In der Schweiz hatten im Mai 2024 laut einer iVox-Umfrage für Mars 35 % der Büros eine Hundepolitik, 44 % keine Regelung, 21 % der Befragten wussten es nicht.

Senken Hunde im Büro den Stress?

Viele Beschäftigte glauben das: 70 % in der Schweiz (2024) und 80 % in Deutschland (2026, entspanntere Atmosphäre) stimmen zu. Das sind Selbsteinschätzungen aus Umfragen im Auftrag von Mars, keine gemessenen Stresswerte.

Ist der Bürohund ein guter Benefit für Arbeitgeber?

Für einen Teil der Beschäftigten. 38 % in Deutschland stellen Haustierregeln laut Mars über Rabatte oder Fahrradleasing. In der forsa-Umfrage für XING landet der Bürohund aber auf Platz 1 der unwichtigsten Benefits, 54 % der Männer und 47 % der Frauen ist er egal.

Hilft ein Bürohund bei der Rückkehr ins Büro?

52 % der Beschäftigten in Deutschland meinen laut Mars-Umfrage 2026, Firmen mit Haustierregeln unterstützten die Rückkehr ins Büro stärker. In Österreich sind es 51 %, in der Schweiz 61 %.

Welche Snacks im Büro sind für Hunde gefährlich?

Vor allem Schokolade, Kaffee und zuckerfreie Süßigkeiten mit Xylit. Laut MSD Veterinary Manual sind Theobromin und Koffein die giftigen Stoffe in Schokolade; Xylit kann eine Unterzuckerung und in größeren Mengen Leberschäden auslösen.

Methodik und Einschränkungen

Wir haben nur Umfragen verwendet, deren Veröffentlichung Auftraggeber, Institut, Zahl der Befragten und Feldzeit nennt. Gelesen haben wir die Original-Pressemitteilungen von XING (9. Juni 2026) und Mars Deutschland (3. Juni 2026, über news aktuell), die Mitteilung von Mars Schweiz (3. Juni 2026) sowie die Mitteilung von Mars Schweiz und iVox (20. Juni 2024), beide im Wortlaut bei Moneycab. Die österreichischen Werte und die gemeinsame Methodik der Mars-Studie 2026 stammen aus dem Bericht von Leadersnet mit der Infobox von Mars Austria.

Alle Prozentwerte übernehmen wir unverändert aus den Mitteilungen. Wo die Mitteilung keine Prozentzahl, sondern eine Formulierung wie drei von vier nennt, zeigen wir genau diese Formulierung.

Die Rechtslage beruht auf dem Volltext des Urteils des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf vom 24. März 2014 (9 Sa 1207/13) in der amtlichen Rechtsprechungsdatenbank NRWE und auf § 106 Gewerbeordnung bei gesetze-im-internet.de. Die Gesundheitshinweise folgen dem MSD Veterinary Manual.

Einschränkungen. Vier der fünf verwendeten Umfragen gab der Tierfutterhersteller Mars in Auftrag, der ein Interesse an hundefreundlichen Büros hat. Keine Mitteilung nennt Gewichtung oder Fehlertoleranz; XING verweist nur allgemein auf eine statistische Fehlertoleranz. Alle Wirkungsangaben sind Selbsteinschätzungen, keine Messungen. Die Fragen unterscheiden sich zwischen den Umfragen und teils zwischen den Ländern. Für Deutschland fehlt eine aktuelle Zahl, wie viele Büros Hunde erlauben. Das Urteil aus Düsseldorf ist eine Einzelfallentscheidung eines Landesarbeitsgerichts, kein Urteil des Bundesarbeitsgerichts.

Quellen

  1. Mars Deutschland: Ein Hund im Büro, Pressemitteilung über news aktuell, 3. Juni 2026, Censuswide im Auftrag von Mars, 1.000 Beschäftigte in Deutschland, 31.03. bis 15.04.2026
  2. XING: Der Bürohund zieht nicht mehr, Wechselwilligkeitsstudie 2026, 9. Juni 2026, forsa-Online-Umfrage im Auftrag von XING, 3.418 Beschäftigte, Dezember 2025 und Januar 2026
  3. Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 24.03.2014, 9 Sa 1207/13 (NRWE), Verbot eines Bürohundes über das Direktionsrecht
  4. Außerdem herangezogen: Mars Schweiz: Zwei von drei Schweizer Arbeitnehmenden würden für ein haustierfreundliches Büro den Job wechseln, 3. Juni 2026, Leadersnet: Mehr als die Hälfte der Österreicher würde fürs Haustier im Büro den Job wechseln, Juni 2026, Mars Schweiz und iVox: Sind Hunde die Lösung für weniger Stress in Schweizer Büros?, 20. Juni 2024, Gewerbeordnung § 106: Weisungsrecht des Arbeitgebers, MSD Veterinary Manual: Xylitol Toxicosis, MSD Veterinary Manual: Chocolate Toxicosis, Betriebsverfassungsgesetz § 87: Mitbestimmungsrechte, People Matters: Would you switch jobs to bring your pet to work? (29. Juni 2026).

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