Datenreport · Aktualisiert Oktober 2026
Giftige Pflanzen für Hunde: Was die Giftnotrufe in München, Göttingen und der Schweiz zählen und welche Garten- und Zimmerpflanzen wirklich gefährlich sind
Eine bundesweite Statistik zu Pflanzenvergiftungen bei Hunden gibt es nicht. Beim Giftnotruf München betrafen 2025 21 % der 1.112 Tier-Anfragen Pflanzen oder Pilze, das GIZ-Nord in Göttingen beriet 2025 zu 961 Hunden. In der Schweiz waren Pflanzen 2025 mit 431 Fällen die zweithäufigste Giftgruppe bei Tieren. Unter den Pflanzen mit Herzglykosiden gelten laut MSD Veterinary Manual Oleander und Fingerhut als am giftigsten; lebensbedrohlich für Hunde können auch Eibe und Palmfarn sein.

Wichtigste Ergebnisse
- Deutschland führt keine bundesweite Statistik über Pflanzenvergiftungen bei Hunden; eine allgemeine Meldepflicht für Vergiftungen bei Tieren gibt es nicht, Zahlen liefern nur die Jahresberichte einzelner Giftnotrufe.
- Beim Giftnotruf München betrafen 2025 genau 21 % der 1.112 Tier-Anfragen Pflanzen oder Pilze; seit 2015 lag dieser Anteil jedes Jahr zwischen 18 % und 25 %.
- Das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen beriet 2025 zu 1.256 Vergiftungsfällen bei Tieren, 961 davon betrafen Hunde, das sind 76,5 %.
- In der Schweiz waren Pflanzen 2025 mit 431 von 2.547 Tierfällen die zweithäufigste Giftgruppe bei Tieren, nach Nahrungsmitteln mit 874 Fällen.
- Laut MSD Veterinary Manual gelten Oleander und Fingerhut unter den herzglykosidhaltigen Pflanzen als am giftigsten; Todesfälle sind trotz intensiver Behandlung beschrieben.
- Bei der Eibe ist laut MSD Veterinary Manual und BfR der rote Samenmantel nicht giftig, wohl aber alle anderen Teile. Nach Auftreten von Symptomen ist die Behandlung laut MSD meist aussichtslos.
- Hunde reagieren laut MSD Veterinary Manual extrem empfindlich auf den Palmfarn (Cycas); Leberversagen kann sich innerhalb von 48 bis 72 Stunden entwickeln.
- Echte Lilien sind vor allem für Katzen gefährlich; für die meisten anderen Tiere sind sie laut MSD Veterinary Manual nicht giftig.
- Von 20 häufigen Garten- und Zimmerpflanzen in unserer Tabelle ordnen wir 7 als lebensbedrohlich für Hunde ein, 6 als dosisabhängig ernst und 7 als meist mild oder örtlich reizend. Die Einstufung ist eine eigene von dogeats.in.
Pflanzenvergiftungen bei Hunden in Deutschland: was die Giftnotrufe zählen
Eine bundesweite Zahl gibt es nicht. Beim Giftnotruf München betrafen 2025 genau 21 % der 1.112 Tier-Anfragen Pflanzen oder Pilze. Der Berichtstext nennt daneben Chemikalien mit 22 % und Medikamente mit 21 % als häufigste Gruppen.
Eine allgemeine Meldepflicht für Vergiftungen bei Tieren gibt es in Deutschland nicht. Die Giftinformationszentren der Länder beraten vorrangig zu Menschen, nehmen aber auch Anrufe zu Tieren an und zählen sie in ihren Jahresberichten. Der Giftnotruf München schreibt dazu, Humanexpositionen hätten in jedem Fall Priorität und die Verantwortung für die Therapie liege beim behandelnden Tierarzt. 2025 kamen laut Berichtstext 84 % der Münchner Tier-Anrufe von Laien und 15 % von Tierärzten.
Der Münchner Anteil von Pflanzen und Pilzen ist über die Jahre stabil. Er lag seit 2015 zwischen 18 % in den Jahren 2016 und 2023 und 25 % im Jahr 2018. Pilze und Pflanzen werden dort gemeinsam gezählt; mehr zu Pilzen steht auf unserer Seite zu Wildpilzen. Die Zahl der Tier-Anfragen stieg von 765 im Jahr 2015 auf 1.112 im Jahr 2025, das sind nach unserer Berechnung 45,4 % mehr.
Quelle: Giftnotruf München, Abteilung für klinische Toxikologie, TUM Klinikum rechts der Isar, Jahresberichte 2015 bis 2025, Kapitel Vergiftungen beim Tier (Prozent laut Berichtstext). Alle Tierarten, Pflanzen und Pilze zusammen.
Zahlen anzeigen
| Label | % |
|---|---|
| 2015 | 21 % |
| 2016 | 18 % |
| 2017 | 22 % |
| 2018 | 25 % |
| 2019 | 21 % |
| 2020 | 21 % |
| 2021 | 24 % |
| 2022 | 21 % |
| 2023 | 18 % |
| 2024 | 21 % |
| 2025 | 21 % |
Diagramm einbetten
| Jahr | Tier-Anfragen | Anteil Pflanzen und Pilze |
|---|---|---|
| 2015 | 765 | 21 % |
| 2016 | 940 | 18 % |
| 2017 | 893 | 22 % |
| 2018 | 894 | 25 % |
| 2019 | 882 | 21 % |
| 2020 | 965 | 21 % |
| 2021 | 1.044 | 24 % |
| 2022 | 956 | 21 % |
| 2023 | 989 | 18 % |
| 2024 | 1.059 | 21 % |
| 2025 | 1.112 | 21 % |
Quelle: Giftinformationszentrum-Nord (Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein), Jahresberichte 2023, 2024 und 2025, Kapitel 5.2. Andere: Pferd, Schaf, Rind, Vogel und andere Arten. Alle Giftgruppen, nicht nur Pflanzen.
Zahlen anzeigen
| Label | Hunde | Katzen | Andere Tiere |
|---|---|---|---|
| 2023 | 893 | 246 | 108 |
| 2024 | 922 | 253 | 77 |
| 2025 | 961 | 239 | 56 |
Diagramm einbetten
Hunde sind bei den Giftnotrufen die mit Abstand häufigsten tierischen Patienten. Das GIZ-Nord ist für Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zuständig. Dort stieg der Anteil der Hunde an allen Tierfällen nach unserer Berechnung von 71,6 % im Jahr 2023 auf 76,5 % im Jahr 2025. Eine Aufschlüsselung der Tierfälle nach Pflanzen veröffentlicht das GIZ-Nord nicht.
Wissenschaftliche Auswertungen bestätigen das Bild, sind aber älter. Eine Studie zu Tiervergiftungen in Deutschland von 2012 bis 2015 (McFarland und andere, 2017) fand Hunde und Katzen als häufigste Tierarten. Arzneimittel, Pestizide und Pflanzen waren durchgehend unter den wichtigsten Ursachen. In elf Kleintierpraxen wurde 2007 etwa einer von 200 Hundepatienten mit einer Vergiftung vorgestellt.
In derselben Praxisstudie (Allkämper und andere, 2018) betrafen mehr als 70 % der Vergiftungsverdachtsfälle Hunde. In der rückblickenden Auswertung waren Cumarine, also gerinnungshemmendes Rattengift, mit 37 % die häufigste Ursache, Arzneimittel folgten mit 10 % und Schokolade mit 7 %. Die vorausschauende Erhebung ab 2009 fand einen höheren Anteil von Arzneimitteln und Pflanzen.
Schweiz: Pflanzen sind die zweithäufigste Giftgruppe bei Tieren
In der Schweiz waren Pflanzen 2025 mit 431 von 2.547 Tierfällen die zweithäufigste Giftgruppe, das sind 16,9 %. Häufiger waren nur Nahrungsmittel und Getränke mit 874 Fällen.
Tox Info Suisse, das nationale Giftinformationszentrum in Zürich, zählt Pflanzen und Pilze getrennt. 2025 betrafen die Tierfälle 1.952 Hunde und 537 Katzen; Hunde machten damit nach unserer Berechnung 76,6 % aus.
Der Pflanzenanteil schwankt auch dort kaum: 15,6 % im Jahr 2023, 17,4 % im Jahr 2024 und 16,9 % im Jahr 2025. Die Zahl der Tierfälle wuchs von 1.995 im Jahr 2023 auf 2.547 im Jahr 2025. Pilze spielten mit 11 bis 38 Fällen pro Jahr eine viel kleinere Rolle. Welche Lebensmittel für Hunde riskant sind, zeigt unser Datenreport zu 158 Lebensmitteln.
Quelle: Tox Info Suisse, Jahresbericht 2025, Häufigkeit der Noxengruppen bei allen Fällen von Giftkontakt beim Tier (n = 2.547, davon 1.952 Hunde).
Zahlen anzeigen
| Label | Fälle |
|---|---|
| Nahrungsmittel und Getränke | 874 |
| Pflanzen | 431 |
| Medikamente | 420 |
| Produkte für Landwirtschaft und Gartenbau | 240 |
| Haushaltsprodukte | 192 |
| Veterinärarzneimittel | 81 |
| Genussmittel, Drogen und Alkohol | 47 |
| Körperpflegemittel und Kosmetika | 46 |
| Technische und gewerbliche Produkte | 45 |
| Pilze | 38 |
| Gifttiere | 33 |
| Andere oder unbekannte | 100 |
Diagramm einbetten
| Jahr | Tierfälle | Hunde | Katzen | Pflanzen | Anteil Pflanzen | Pilze |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023 | 1.995 | 1.547 | 402 | 312 | 15,6 % | 11 |
| 2024 | 2.195 | 1.667 | 485 | 383 | 17,4 % | 20 |
| 2025 | 2.547 | 1.952 | 537 | 431 | 16,9 % | 38 |
Welche Pflanzen sind für Hunde am giftigsten?
Zu den gefährlichsten gehören Pflanzen, die das Herz angreifen. Laut MSD Veterinary Manual gelten Oleander und Fingerhut unter den herzglykosidhaltigen Pflanzen als am giftigsten, und Todesfälle sind auch nach intensiver Behandlung beschrieben. Dazu kommen Eibe, Herbstzeitlose, Maiglöckchen, Goldregen und der Palmfarn.
Unsere Tabelle fasst 20 Pflanzen zusammen, die in deutschen Gärten, auf Balkonen und in Wohnungen häufig stehen. Giftstoff, giftige Teile und Symptome stammen aus dem MSD Veterinary Manual, den Pflanzenseiten der ASPCA-Giftnotrufzentrale und der Pflanzenliste des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von 2021. Für Goldregen und Engelstrompete kommen veterinärmedizinische Datenbanken hinzu.
Die Spalte Einstufung ist unsere eigene Zusammenfassung dessen, was die Quellen über Hunde und andere Tiere sagen, keine amtliche Einstufung. Lebensbedrohlich heißt: Die Quellen beschreiben Todesfälle oder schwere Organschäden, ohne dass erst große Mengen nötig sind. Dosisabhängig ernst heißt: Kleine Mengen verursachen meist Magen-Darm-Beschwerden, größere Mengen schwere Symptome bis hin zu Todesfällen. Meist mild oder örtlich reizend heißt: Die Quellen nennen vor allem Erbrechen, Durchfall oder Schmerzen im Maul.

| Pflanze | Wo sie wächst | Giftstoff | Giftige Teile | Wichtigste Symptome | Einstufung |
|---|---|---|---|---|---|
| Eibe (Taxus baccata) | Garten, Hecke | Taxine (Alkaloide) | alle Teile außer dem roten Samenmantel | Zittern, Atemnot, Krampfanfälle, langsamer Herzschlag bis Herzstillstand | lebensbedrohlich |
| Oleander (Nerium oleander) | Kübel auf Balkon und Terrasse | Herzglykoside (Oleandrin) | alle Teile | Speicheln, Bauchschmerzen, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Tod möglich | lebensbedrohlich |
| Fingerhut (Digitalis purpurea) | Garten, Waldrand | Herzglykoside (Digitoxin u. a.) | alle Teile, auch getrocknet | Erbrechen, blutiger Durchfall, unregelmäßiger langsamer Puls, Krämpfe | lebensbedrohlich |
| Maiglöckchen (Convallaria majalis) | Garten, Wald | Herzglykoside (Convallatoxin) | Blätter, Blüten, Wurzelstock, Blumenwasser | Erbrechen, Bauchschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Tod möglich | lebensbedrohlich |
| Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) | Wiese, Garten | Colchicin | alle Teile | heftiges Erbrechen, Durchfall, Schock, Organschäden, Atemversagen | lebensbedrohlich |
| Palmfarn (Cycas revoluta) | Zimmer, Wintergarten | Cycasin, BMAA | alle Teile, Samen am giftigsten | Erbrechen, blutiger Durchfall, Krampfanfälle, Leberversagen nach 48 bis 72 Stunden | lebensbedrohlich |
| Goldregen (Laburnum anagyroides) | Garten, Park | Cytisin | alle Teile, besonders Hülsen und Samen | heftiges Erbrechen, Durchfall, Entkräftung, unregelmäßiger Puls | lebensbedrohlich |
| Engelstrompete (Brugmansia) | Kübel auf Balkon und Terrasse | Tropanalkaloide (Atropin, Scopolamin) | alle Teile | Mattigkeit, ungewöhnliches Verhalten, Herzrasen, weite Pupillen, trockene Schleimhäute, in schweren Fällen Atemversagen | dosisabhängig ernst |
| Rhododendron und Azalee | Garten, Topf | Grayanotoxine | alle Teile, vor allem Nektar, Blüten, Blätter | Erbrechen, Durchfall, Schwäche, Herzrhythmusstörungen; wenige Blätter meist nur Magen und Darm | dosisabhängig ernst |
| Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) | Hecke | cyanogene Glykoside | Blätter und zerbissene Samen | Erbrechen, Durchfall; nur bei großen Mengen Atemnot und Kollaps | dosisabhängig ernst |
| Christrose (Helleborus niger) | Garten, Adventsdeko | Herzglykoside, Saponine, Protoanemonin | alle Teile | Speicheln, Bauchschmerzen, Durchfall, Apathie | dosisabhängig ernst |
| Narzisse und Osterglocke | Garten, Blumenstrauß | Lycorin | Zwiebel am giftigsten, auch Blätter | kleine Mengen kaum Symptome; große Mengen Erbrechen, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen | dosisabhängig ernst |
| Zwiebel, Knoblauch, Lauch (Allium) | Garten, Küche | N-Propyldisulfid | ganze Pflanze und Zwiebel | Erbrechen, Zerfall roter Blutkörperchen, Blut im Urin, Schwäche, Herzrasen | dosisabhängig ernst |
| Tulpe (Tulipa) | Garten, Blumenstrauß | Tulipalin A und B | Zwiebel am giftigsten | Erbrechen, Apathie, Durchfall, Speicheln | meist mild |
| Buchsbaum (Buxus) | Garten, Hecke | Alkaloide | keine Angabe in den Quellen | Erbrechen, Durchfall | meist mild |
| Efeu (Hedera helix) | Hauswand, Garten, Zimmer | Saponine (Hederin) | Blätter und Beeren | Erbrechen, Bauchschmerzen, Speicheln, Durchfall | meist mild |
| Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) | Zimmer, Advent | reizender Milchsaft | Milchsaft | Speicheln, Erbrechen; laut ASPCA in der Giftigkeit überschätzt | meist mild |
| Dieffenbachie | Zimmer | unlösliche Calciumoxalate | alle Teile, auch Pflanzensaft | sofortiger Schmerz im Maul, Speicheln, Erbrechen, Kopfschütteln | örtlich reizend |
| Monstera und Philodendron | Zimmer | unlösliche Calciumoxalate | ganze Pflanze | Brennen im Maul, Speicheln, Erbrechen, Schluckbeschwerden | örtlich reizend |
| Aloe (Aloe vera) | Zimmer, Fensterbank | Saponine, Anthrachinone | Pflanze; das Gel gilt als essbar | Erbrechen, Lethargie, Durchfall | meist mild |
Die Quellen sind sich nicht in jedem Punkt einig. Beim Maiglöckchen nennt das MSD Veterinary Manual Blätter, Blüten, Wurzelstock und sogar das Blumenwasser als giftig, das BfR Blüten, Samen und Blätter. Beim Efeu sieht die ASPCA die Blätter als giftiger an als die Beeren, das MSD Veterinary Manual nennt beide. Für Engelstrompete fanden wir keine Quelle mit einer hundespezifischen Einstufung; das BfR führt sie für Kleinkinder in der höchsten Risikokategorie.
Giftige Gartenpflanzen für Hunde: Eibe, Rhododendron, Kirschlorbeer
Zu den gefährlichsten Gartenpflanzen für Hunde gehört die Eibe: Laut MSD Veterinary Manual ist die Behandlung meist aussichtslos, wenn Symptome erst einmal aufgetreten sind. Giftig ist laut Manual die ganze Pflanze mit Ausnahme des roten Samenmantels.
Die Bekanntmachung des BfR vom Mai 2021 listet 43 Einträge giftiger Garten- und Wildpflanzen (eigene Zählung). 11 davon stuft das BfR für Kleinkinder als hohes Vergiftungsrisiko ein, darunter Herbstzeitlose, Engelstrompete, Eisenhut und Wunderbaum, 32 als mittleres Risiko, darunter Eibe, Goldregen, Oleander, Rhododendron und Fingerhut. Die Liste ist für Kinder gedacht; für Hunde gibt es keine vergleichbare amtliche Liste.
Bei Rhododendron und Azalee kommt es auf die Menge an. Laut MSD Veterinary Manual verursachen wenige Blätter oder Blüten bei kleinen Tieren meist nur Magen-Darm-Beschwerden und Mattigkeit. Größere Mengen führen laut Manual zu schwereren Vergiftungen. Beim Kirschlorbeer werden die Blausäure bildenden Stoffe erst frei, wenn Blätter oder Samen zerkaut werden. Schwere Vergiftungen bei Kleintieren sind laut MSD selten und nur nach großen Mengen zu erwarten.
Welche Pflanzen bei Tieren am häufigsten Anlass für einen Anruf sind, zeigt eine Liste aus den USA. Die Tiergiftnotrufzentrale Pet Poison Helpline erhält laut MSD Veterinary Manual Tausende Anrufe zu möglicherweise giftigen Pflanzen. Am häufigsten geht es um zehn Pflanzen: echte Lilien, Kirsche, Azalee, Tulpe, Einblatt, Hortensie, Aloe, Philodendron, Narzisse und Efeutute.

Im Gemüsegarten lohnt ein zweiter Blick. Das BfR führt den Schwarzen Holunder mit rohen Früchten und Blättern als giftig, mehr dazu auf unserer Seite zu Holunderbeeren. Rhabarber führt das MSD Veterinary Manual unter den Pflanzen mit löslichen Oxalaten, nennt die Stängel aber unbedenklich; Details stehen auf der Seite zu Rhabarber.
Welche Zimmerpflanzen sind giftig für Hunde?
Zu den gefährlichsten Zimmerpflanzen für Hunde gehört der Palmfarn: Laut MSD Veterinary Manual reagieren Hunde extrem empfindlich, und ein Leberversagen kann sich innerhalb von 48 bis 72 Stunden entwickeln. Erste Symptome zeigen sich oft schon in den ersten 4 Stunden.
Die meisten anderen beliebten Zimmerpflanzen sind deutlich weniger gefährlich. Monstera, Philodendron, Dieffenbachie, Efeutute und Einblatt enthalten nadelförmige Calciumoxalat-Kristalle, die beim Kauen sofort im Maul brennen. Bei der Dieffenbachie begrenzt laut MSD Veterinary Manual der sofortige Schmerz die gefressene Menge, Todesfälle sind selten.
Weihnachtsstern, Aloe und Efeu zählt das MSD Veterinary Manual zu den Pflanzen, die vor allem Magen und Darm reizen. Die meisten Tiere erholen sich laut Manual innerhalb von 24 bis 48 Stunden, die Prognose ist ausgezeichnet. Was an den Feiertagen sonst noch auf dem Tisch steht, zeigt unser Report zu gefährlichen Lebensmitteln an Feiertagen.
- Palmfarn (Cycas): Samen am giftigsten, Leberschäden möglich
- Dieffenbachie, Monstera, Philodendron: Calciumoxalat, Brennen im Maul und Speicheln
- Weihnachtsstern: reizender Milchsaft, laut ASPCA in der Giftigkeit überschätzt
- Aloe: Saponine und Anthrachinone in der Pflanze, das Gel gilt laut ASPCA als essbar
- Efeu: Saponine, wird laut MSD schlecht aufgenommen, große Mengen führen zu Bauchschmerzen und Durchfall
Was tun, wenn der Hund eine giftige Pflanze gefressen hat?
Sofort die Tierarztpraxis oder Tierklinik anrufen und die Pflanze oder ein Foto mitnehmen. Beim Palmfarn zeigen sich laut MSD Veterinary Manual erste Symptome oft in den ersten 4 Stunden, bei Rhododendron meist nach 1 bis 4 Stunden. Bei Blausäure bildenden Pflanzen beginnen schwere Fälle schon nach 10 bis 60 Minuten.
Der genaue Name der Pflanze ist wichtig. Das MSD Veterinary Manual betont, dass Pflanzen mit gleichem Trivialnamen ganz unterschiedlich giftig sein können, und empfiehlt, auch den wissenschaftlichen Namen zu klären. Ein Stück der Pflanze oder ein Foto von Blättern, Blüten und Früchten hilft der Praxis.
Kein Erbrechen auf eigene Faust auslösen. Ob ein Tier erbrechen soll, Aktivkohle bekommt oder ein Gegenmittel nötig ist, entscheidet die Praxis. Bei Herzglykosiden etwa stehen Antikörper gegen Digoxin zur Verfügung, die laut MSD auch bei Pflanzenvergiftungen wirken. Was ein Notdienst kostet, zeigt unser Report zur Gebührenordnung für Tierärzte.
- Hund von der Pflanze wegholen, Reste aus dem Maul nehmen, wenn das gefahrlos geht
- Tierarztpraxis oder Tierklinik anrufen, außerhalb der Sprechzeiten den Notdienst
- Pflanze, Pflanzenteil oder Foto mitnehmen, wenn möglich mit Namen
- Uhrzeit und ungefähre Menge notieren
- Auch ohne Symptome abklären lassen: Beim Palmfarn kann sich ein Leberversagen erst nach 48 bis 72 Stunden zeigen, bei der Eibe ist die Behandlung nach Symptombeginn laut MSD meist aussichtslos
Häufige Fragen
Welche Pflanzen sind für Hunde am giftigsten?
Unter den Pflanzen mit Herzglykosiden gelten laut MSD Veterinary Manual Oleander und Fingerhut als am giftigsten. Lebensbedrohlich für Hunde können auch Eibe, Herbstzeitlose, Maiglöckchen und der Palmfarn sein. In unserer Tabelle mit 20 häufigen Pflanzen ordnen wir 7 als lebensbedrohlich ein; diese Einstufung ist unsere Zusammenfassung der Quellen.
Wie viele Hunde vergiften sich an Pflanzen?
Eine bundesweite Zahl gibt es nicht. Beim Giftnotruf München betrafen 2025 genau 21 % der 1.112 Tier-Anfragen Pflanzen oder Pilze. In der Schweiz waren es 2025 bei 2.547 Tierfällen 431 Pflanzenfälle, also 16,9 %.
Ist die Eibe für Hunde giftig?
Ja, die Eibe gehört zu den gefährlichsten Pflanzen für Hunde. Giftig sind laut MSD Veterinary Manual alle Teile außer dem roten Samenmantel. Wenn Symptome wie Zittern, Atemnot oder ein langsamer Herzschlag auftreten, ist die Behandlung laut Manual meist aussichtslos.
Ist Kirschlorbeer giftig für Hunde?
Kirschlorbeer enthält cyanogene Glykoside in Blättern und Samen. Laut MSD Veterinary Manual sind schwere Vergiftungen bei Kleintieren selten und nur nach großen Mengen zu erwarten; ganz geschluckte Samen setzen kein Gift frei.
Sind Monstera und Philodendron giftig für Hunde?
Ja, beide enthalten unlösliche Calciumoxalat-Kristalle. Sie verursachen laut ASPCA Brennen im Maul, Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden. Laut MSD Veterinary Manual ist die Prognose meist gut bis ausgezeichnet.
Ist der Weihnachtsstern gefährlich für Hunde?
Kaum. Der Milchsaft reizt Maul und Magen und kann Erbrechen auslösen. Laut MSD Veterinary Manual führt er nicht zum Tod, und die ASPCA hält die Giftigkeit für überschätzt.
Sind Lilien giftig für Hunde?
Echte Lilien sind vor allem für Katzen gefährlich, bei denen sie Nierenversagen auslösen. Für die meisten anderen Tiere sind sie laut MSD Veterinary Manual nicht giftig. Maiglöckchen sind keine echten Lilien und für Hunde wegen ihrer Herzglykoside gefährlich.
Wie schnell zeigen sich Symptome nach dem Fressen einer Giftpflanze?
Das hängt von der Pflanze ab. Laut MSD Veterinary Manual zeigen sich beim Palmfarn erste Symptome oft in den ersten 4 Stunden, ein Leberversagen nach 48 bis 72 Stunden. Bei Rhododendron dauert es meist 1 bis 4 Stunden, bei Blausäure bildenden Pflanzen in schweren Fällen nur 10 bis 60 Minuten.
Hilft der Giftnotruf auch bei Hunden?
Die Giftinformationszentren beraten vorrangig zu Menschen, nehmen aber auch Anfragen zu Tieren an. Das GIZ-Nord beriet 2025 zu 1.256 Tierfällen, davon 961 Hunde. Die Behandlung selbst liegt laut Giftnotruf München immer beim Tierarzt.
Methodik und Einschränkungen
Für die Fallzahlen haben wir die Jahresberichte von drei Giftinformationszentren ausgewertet. Das sind der Giftnotruf München (TUM Klinikum rechts der Isar) für 2015 bis 2025, das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen für 2023 bis 2025 und Tox Info Suisse für 2023 bis 2025. Die Münchner Prozentwerte stammen aus dem Berichtstext des Kapitels Vergiftungen beim Tier.
Für Giftstoffe, giftige Teile und Symptome haben wir das MSD Veterinary Manual genutzt (Kapitel Houseplants and Ornamentals Toxic to Animals, Stand September 2024). Dazu kommen die Pflanzenseiten der ASPCA Animal Poison Control, die Bekanntmachung des BfR vom 19. Mai 2021, die Datenbank giftiger Pflanzen der Massey University (Goldregen) und der Leitfaden von Anthony Knight bei IVIS (Engelstrompete).
Die Einstufung in drei Gruppen ist unsere eigene Zusammenfassung, keine Einstufung einer Quelle. Lebensbedrohlich: Mindestens eine Quelle beschreibt bei Tieren Todesfälle oder schwere Organschäden, ohne dass erst große Mengen nötig sind. Dosisabhängig ernst: Quellen beschreiben bei kleinen Mengen vor allem Magen-Darm-Beschwerden, bei großen Mengen schwere Symptome bis hin zu Todesfällen. Meist mild oder örtlich reizend: Quellen nennen nur Magen-Darm-Beschwerden oder Reizungen im Maul.
Die Anteile der Hunde an allen Tierfällen haben wir aus den veröffentlichten Zahlen berechnet. Beispiele sind 961 von 1.256 Fällen beim GIZ-Nord 2025 und 1.952 von 2.547 Fällen bei Tox Info Suisse 2025.
Quellen
- Giftnotruf München, TUM Klinikum rechts der Isar: Jahresbericht 2025, Tier-Anfragen 2025 und Anteil von Pflanzen und Pilzen; Vorjahre in den Jahresberichten 2015 bis 2024
- Giftinformationszentrum-Nord: Jahresbericht 2025, Tiervergiftungen nach Tierart 2025
- MSD Veterinary Manual: Houseplants and Ornamentals Toxic to Animals (R. D. Schmid, Stand September 2024), Giftstoffe, Symptome und Prognose für Haus- und Zierpflanzen
- Außerdem herangezogen: Tox Info Suisse: Jahresbericht 2025, Bundesinstitut für Risikobewertung: Bekanntmachung einer Liste besonders giftiger Gartenpflanzen und einheimischer Pflanzen in der freien Natur (19. Mai 2021, BAnz AT 02.07.2021 B4), ASPCA Animal Poison Control: Toxic and Non-Toxic Plants, Massey University: Poisonous Plants Database, Laburnum, Knight A.: Guide to Poisonous House and Garden Plants, Brugmansia species (IVIS), Giftinformationszentrum-Nord: Jahresberichte 2023 und 2024, Tox Info Suisse: Jahresberichte 2023 und 2024, McFarland SE et al. (2017): Systematic account of animal poisonings in Germany, 2012 to 2015. Veterinary Record 180:327, Allkämper S et al. (2018): Vergiftungsverdachtsfälle in der Kleintierpraxis. Tierärztliche Praxis K, Giftinformationszentrum-Nord: Jahresbericht 2023, Tox Info Suisse: Jahresbericht 2023, Giftnotruf München: Jahresberichte 2010 bis 2025.
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