❌ GIFTIG

Dürfen Hunde Rhabarber Essen? Warum es Gefährlich Ist

4 Min. Lesezeit · Aktualisiert im August 2026

NEIN, Rhabarber ist giftig für Hunde. Unter keinen Umständen füttern, weder Blätter noch Stangen.
Geprüft

Nein, Rhabarber ist für Hunde nicht sicher und muss vollständig außer Reichweite bleiben. Die größte Gefahr geht von den Blättern aus, die einen sehr hohen Gehalt an Oxalsäure enthalten und niemals verfüttert werden dürfen — schon das Kauen eines einzigen Blatts kann eine ernsthafte Vergiftung auslösen. Die Stangen enthalten ebenfalls Oxalate, allerdings in deutlich geringerer Konzentration; sie sind trotzdem nicht unbedenklich, besonders roh, faserig und in größeren Mengen, da sie zusätzlich zu Magen-Darm-Beschwerden führen können. Gekochter Rhabarber, etwa als Kompott oder in Kuchenfüllungen, bringt ein weiteres Problem mit sich, weil er meist mit sehr viel Zucker zubereitet wird, der für Hunde ungeeignet ist und Übergewicht sowie Verdauungsprobleme begünstigt. Wächst Rhabarber im eigenen Garten, sollten die Blätter konsequent außer Reichweite des Hundes gehalten oder die Pflanze vollständig eingezäunt werden. Vergiftungserscheinungen können erst nach Stunden auftreten. Wenn Ihr Hund Rhabarber gefressen hat, rufen Sie sofort den Tierarzt an und versuchen Sie nicht, ohne tierärztlichen Rat Erbrechen auszulösen.

Warum Rhabarber für Hunde Gefährlich Ist

Die gesamte Rhabarberpflanze enthält Oxalsäure, doch die Konzentration ist in den Blättern um ein Vielfaches höher als in den Stangen. Botanisch lagert die Pflanze Oxalate bevorzugt im Blattgewebe ein, weshalb schon kleine Mengen Blattmaterial für einen Hund gefährlich werden können, während die Stangen ein geringeres, aber keineswegs vernachlässigbares Risiko darstellen. Oxalsäure ist chemisch reaktionsfreudig: Im Körper des Hundes bindet sie sich an freies Calcium im Blut und bildet unlösliche Calciumoxalat-Kristalle. Dieser Prozess entzieht dem Blut Calcium und kann zu einer Hypokalzämie führen, einem gefährlichen Calciummangel, der unter anderem Muskelzittern, Krämpfe und Herzrhythmusstörungen begünstigen kann. Gleichzeitig werden die entstandenen Kristalle über die Nieren ausgeschieden und können sich dort in den feinen Nierenkanälchen ablagern. Diese Ablagerungen schädigen das empfindliche Nierengewebe mechanisch und können bei ausreichend hoher Aufnahme ein akutes Nierenversagen auslösen. Zusätzlich enthält Rhabarber Anthrachinon-Glykoside, die den Magen-Darm-Trakt reizen und Erbrechen, Durchfall sowie Bauchschmerzen auslösen können. Weder rohes Kauen der Stangen noch das Kochen der Pflanze zerstört die Oxalsäure zuverlässig, weshalb weder frischer noch gekochter Rhabarber jemals als sicher gelten sollte.

Risiken und wann Sie besorgt sein sollten

RisikoStufeAm stärksten gefährdet
Oxalsäure verursacht akutes NierenversagenKRITISCHAlle Hunde, Blätter besonders gefährlich
Blätter enthalten weit mehr Oxalate als StangenKRITISCHHunde mit Gartenzugang zur Pflanze
Anthrachinon-Glykoside verursachen Erbrechen, Zittern, SchwächeHOCHAlle Hunde
Zuckerreiches Kompott und Desserts aus gekochtem RhabarberMITTELÜbergewichtige und diabetesgefährdete Hunde
Kochen zerstört die Giftstoffe nicht, roh wie gekocht gefährlichHOCHAlle Hunde

Sowohl die Blätter als auch die Stangen von Rhabarber sind giftig für Hunde, die Blätter enthalten jedoch ein Vielfaches der Oxalatmenge, die in den Stangen vorkommt. Der Mechanismus dahinter ist immer derselbe: Oxalsäure bindet im Blut freies Calcium und bildet schwer lösliche Calciumoxalat-Kristalle, wodurch der Calciumspiegel absinkt (Hypokalzämie) und gleichzeitig Kristalle in den Nieren ausfallen, wo sie das Gewebe verstopfen und schädigen können. Bei den Blättern reicht schon eine geringe aufgenommene Menge, um diesen Prozess in Gang zu setzen, weil die Oxalatkonzentration dort so hoch ist. Bei den Stangen ist eine deutlich größere Menge nötig, um ernsthafte Schäden zu verursachen, doch Risiko besteht dennoch, vor allem wenn ein Hund wiederholt oder in großen Mengen daran gelangt. Weder rohes noch gekochtes Rhabarber ist sicher, da das Kochen die Oxalsäure nicht abbaut.

🚨 Kontaktieren Sie sofort einen Tierarzt, wenn Ihr Hund zeigt:
  • • Erbrechen oder Durchfall innerhalb weniger Stunden
  • • Lethargie, Kollaps oder Krämpfe
  • • Geschwollenes Gesicht, Nesselsucht oder Atemnot
  • • Blasses oder gelbliches Zahnfleisch

Kontaktieren Sie sofort Ihren Tierarzt oder die nächste Tierklinik.

📞 Tierärztliche Notfallressourcen

Deutschland: Tierärztliche Notfallpraxis Berlin — 0174 160 160 6; Kleintierklinik München (24-Std-Bereitschaft) — 089 2180 2650. Bei Vergiftungsverdacht kann zusätzlich eine allgemeine Giftinformationszentrale wie die in Bonn — 0228 19240 — zur ersten Einschätzung kontaktiert werden (auf Humanmedizin ausgerichtet; ersetzt nicht den Tierarzt).

In Österreich und der Schweiz wenden Sie sich bitte direkt an die nächstgelegene tierärztliche Notfallklinik. Telefonnummern von Praxen können sich ändern — bitte vor Ort aktuell prüfen.

Wie viel darf mein Hund essen?

Keine Menge Rhabarber ist unter irgendwelchen Umständen sicher für Hunde. Da Blätter und Stangen für Laien nicht immer sicher zu unterscheiden sind und schon die Blätter allein in kleinen Mengen gefährlich werden können, empfehlen wir grundsätzlich, überhaupt keinen Rhabarber zu füttern — weder frisch, roh, gekocht noch als Bestandteil von Kompott oder Kuchen. Es gibt keinen ernährungsphysiologischen Grund, warum ein Hund Rhabarber essen müsste: Alle enthaltenen Vitamine und Ballaststoffe lassen sich problemlos durch unbedenkliches Gemüse wie Karotten, Gurken oder grüne Bohnen ersetzen, ohne das Risiko einer Oxalatvergiftung einzugehen. Wer Rhabarber im eigenen Garten oder auf dem Kompost hat, sollte die Pflanze für den Hund unzugänglich machen und abgeschnittene Blätter sofort sicher entsorgen.

HundegrößeGewichtEmpfehlung
Kleinbis 10 kgEine kleine Portion, 1-2x pro Woche
Mittel10–25 kgEine moderate Portion, 2-3x pro Woche
Großüber 25 kgEine etwas größere Portion, 2-3x pro Woche

Zählen Sie immer alle Leckerlis des Tages zusammen und halten Sie die Gesamtmenge unter 10% der täglichen Kalorien Ihres Hundes.

Häufig gestellte Fragen

Es gibt keine bekannte sichere Menge. Jede Aufnahme, besonders von den Blättern, erfordert tierärztliche Aufmerksamkeit.
Ja, die Blätter enthalten deutlich mehr Oxalsäure, aber auch die Stangen sind für Hunde nicht sicher.
Erbrechen, Zittern, Schwäche, vermehrter Speichelfluss und bei schweren Fällen Anzeichen von Nierenversagen.
Nein, Kochen zerstört die Oxalsäure nicht. Gekochter Rhabarber, etwa in Kompott, bleibt für Hunde gefährlich.
Rufen Sie sofort Ihren Tierarzt an, auch wenn nur eine kleine Menge aufgenommen wurde.
Erste Anzeichen wie Speicheln oder Erbrechen können innerhalb weniger Stunden auftreten, während sich Folgen wie Hypokalzämie oder Nierenschäden manchmal erst später bemerkbar machen. Beobachten Sie Ihren Hund auch dann genau, wenn er zunächst unauffällig wirkt.
Ein einzelner Biss in ein Blatt kann bei einem kleinen Hund bereits problematisch sein, da die Blätter sehr oxalatreich sind. Ein kleines Stück rohe Stange löst seltener ernste Probleme aus, sollte aber trotzdem beobachtet und dem Tierarzt gemeldet werden.
Ja. Gekochter Rhabarber verliert seine Oxalsäure nicht, und Desserts wie Kompott oder Kuchen enthalten zusätzlich viel Zucker sowie oft Milchprodukte, die für Hunde ebenfalls ungeeignet sind. Auch kleine Reste solcher Speisen sollten Sie Ihrem Hund nicht geben.
Zäunen Sie Rhabarberpflanzen ein oder pflanzen Sie sie außerhalb des Bereichs, den Ihr Hund erreichen kann. Entsorgen Sie abgeschnittene Blätter sofort in einer für den Hund unzugänglichen Tonne, statt sie liegen zu lassen oder auf den Kompost zu werfen, zu dem der Hund Zugang hat.
Beide Pflanzen enthalten Oxalate, doch die Konzentration in Rhabarberblättern ist erheblich höher als in Spinat. Spinat gilt in kleinen, gelegentlichen Mengen meist als unbedenklich, während Rhabarberblätter grundsätzlich gemieden werden sollten.
Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Konsultieren Sie immer einen Tierarzt, bevor Sie die Ernährung Ihres Hundes ändern.